Literaturverwaltung mit Visual Composer

Während Citavi noch etwas länger im Beta-Stadium bleibt (siehe dazu auch hier), hat die Firma semantics aus Aachen das Programm Visual Composer in der Version 2.0 auf den Markt gebracht. Eine Einladung zum Testen habe ich gerne angenommen.
Das Programm kostet für Studierende und Schüler 39,50 (ansonsten EUR 79,-), einschließlich einjähriger freier Nutzung der Internet-Dienstleistungen (Recherche, Aufbereitung und Übernahme bibliographischer Daten) – danach wird für die Nutzung der Visual Library (also nicht des Programms) eine Gebühr in Höhe von EUR 9,90 bzw. EUR 19,50 fällig werden. Für Studierende (und Mitarbeiter) der RWTH Aachen ist das Programm kostenlos. Für alle anderen Hochschulen wird eine an die jeweilige Infrastruktur angepaßte Campus-Lizenz angeboten. Bei Nichtregistrierung ist die Bibliothek auf zehn Einträge beschränkt.

Pluspunkte sind

  • ein Benutzer/-innenforum mit einem sehr interessierten und engagierten Entwicklerteam.
  • die Möglichkeit der Aufgabenverteilung und -verarbeitung.
  • zwischen den Artikeln können Referenzen erstellt werden.
  • Formatieren der Literaturlisten (mit bestehenden Desiderata zur Formatierung wie fett, kursiv etc.).
  • es ist ein schnelles Programm im Vergleich mit Citavis Betaversion, die ebenfalls mit NET2.0-Technologie arbeitet.
  • das integrierte Browsermodul.
  • man kann mit VC2 auch eigene Texte verfassen und strukturieren (ich verweise auf eine detaillierte Darstellung im Forum bzw. hier) – dieses Feature lässt sich auch zum Erstellen einer Mindmap nutzen.

Leider weist die aktuelle Version noch einige Schwachstellen auf. Dazu zählen m. E.

  • es gibt (noch) keine Importfunktion aus anderen Literaturverwaltungsprogrammen.
  • der Import von Einträgen aus den Internet-Datenbanken funktioniert im Falle des GBV nicht reibungslos (so werden bei Aufsätzen nicht immer die Zeitschriftentitel mit aufgenommen) – bei einigen anderen Datenbanken wie z. B. JADE oder dem KVK ist bedauerlicherweise kein Datenimport möglich.
  • Die Programmoberfläche ist nicht optimiert (z. B. muss ich zur Aufnahme eines Titels zweimal klicken – das ist an sich nicht schlimm, nur leider passiert das einmal ganz rechts, dann sehr weit links), allerdings ist das Layout des Programms variabel, um dieses Problem abzumildern.
  • Die Kataloge sind bislang noch NRW-zentriert, Kataloge von Bibliotheken anderer Bundesländer sind teilweise bereits vorhanden und mehr sollen sehr bald folgen.

Visual Composer ist ein Programm, das vor allem die ansprechen wird, denen andere Lösungen wie Bibliographix oder (demnächst) Citavi zu komplex und/oder etwas zu teuer sind und Lösungen wie Jabref zu simpel. Ebenfalls werden wohl Angehörige der RWTH mit diesem für sie kostenlosen Werkzeug zufrieden sein. Auf jeden Fall sollte man dieses Programm in seiner weiteren Entwicklung beobachten.

# · 10. Januar 2006, 15:11 · Kommentieren!
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Kommentare

  1. zorro - 17. Januar 2006, 18:58

    Ich habe RefWorks probiert und das webbasierte Literaturverwaltungsprogamm ist super. Wird im Grunde als Kampuslizenz angeboten.


  2. Kossatsch - 18. Januar 2006, 12:29

    Das hängt aber immer vom Campus ab. Bei der heutigen allgemeinen Finanzlage ist das eher schwierig. Ich halte webbasierte Lösungen auch für überlegen. Eine Vorstellung von RefWorks im Wiki wird gerne gesehen.
    ;-)


  3. Zorro - 1. Februar 2006, 13:09

    Hier eine kleine Übersicht von RefWorks:

    Refworks ist ein webbasiertes Literaturverwaltungsprogramm, welches für Organisationen entwickelt wurde, die Ihren Benutzer die Möglichkeit geben wollen, wirksam und auf einfache Art und Weise in einer virtuellen Umgebung zu arbeiten. RefWorks steigert unter anderem den Wert der Datenressourcen, wozu viele Journale, Datenbanken, Kataloge usw. zu besitzen…wenn niemand die Daten verwenden kann?

    Das Programm ist für alle diejenigen von großem Nutzen, die sich mit wissenschaftlichen Publikationen beschäftigen oder sogar selbst welche verfassen. Dies könnten Studenten sein, egal welcher Fachrichtung, die gerade ihre Doktorarbeit schreiben oder sonst wissenschaftlich tätig sind, aber auch Forscher, Bibliothekare und Professoren. Im Prinzip kann jeder dieses Programm gebrauchen, der aus einer zusammengestellten Sammlung von Quellen und Literaturverweisen in seinem eigenen Text zitieren möchte.

    RefWorks kann verweendet werden, um Leselisten und Kursarbeiten für Studenten auf verschiedenen Campusen zu veröffentlichen; um Daten für institutsbezogene Fundgruben/Quellen (Institutional Repositories) zu sammeln; gemeinsame Forschung zeitgleich übers Internet verfolgbar zumachen, oder um einfach beim Prozess der Informationskompetenz mitzuwirken.

    Dies wiederum steigert natürlich die Informationskompetenz in einer Universität. Die Industrie erwartet informationskompetente Menschen als Ergebnis der Ausbildung an den Hochschulen. Fähigkeiten zum selbstgesteuerten Informieren und Lernen, Selektionsfähigkeit und der kompetente Umgang mit den neuen Medien (Informationsdokumentation und -aufbereitung) sind angesichts des rasanten Wissenswandels unverzichtbar.

    Da RefWorks webbasiert ist, sind auch keine Installationen notwendig, ist Betriebssystemsunabhängig, egal ob Sie Windows, Linux oder MAC etc. verwenden und von überall aus zugänglich wo Sie Internet haben.

    http://www.refworks.com


  4. Kossatsch - 1. Februar 2006, 20:49

    Das mag ja alles sein, aber das ist ein plumper, werbender Kommentar, für den ich Usern normalerweise das Fell über die Ohren ziehe. Bekomme ich jetzt wenigstens einen Testzugang?

    Und es heißt Campi, nicht Campusse.


  5. zorro - 11. Februar 2006, 01:35

    Naja ich habe es ja auch nur von einem Kollegen bekommen, ich habe aber bis jetzt keine Probleme mit RefWorks gehabt. Fuer eine Testzugang muessen Sie sich an RefWorks wenden.
    Sorry wegen des Schreibfelhers. :-)


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