Jyllands-Posten und ein Volvo-Spot

Jyllands-PostenWenn ich schon nichts über e.ons Anzeigenpolitik oder die Bildbearbeiter des Focus schreibe, so will ich dies zum Theater um die Karikaturen in der Zeitung Jyllands-Posten, die – bis auf das nebenstehende Exemplar – erschreckend humorfrei sind, nachholen. Die Karikaturen – die meines Wissens bis auf die Welt in deutschen Zeitungen nicht nachgedruckt wurden – finden sich hier bzw. hier. Es gibt meines Erachtens drei Möglichkeiten, darauf zu reagieren:

  1. die Rede- und Pressefreiheit zu unterstreichen und die Reaktionen seitens gläubiger Muslime zu verdammen. Was im Endeffekt bedeutet, dass ich im Zweifelsfalle auch die NPD verteidige und für mich selbst reaktionäre Karikaturen von Juden unter die Pressefreiheit fallen.
  2. die Karikaturen verdammen, weil sie schlecht für das west-östliche Verhältnis sind. Dann übersehe ich allerdings, ob die Reaktionen nicht auch gesteuert sind und frage mich nicht, warum die Bevölkerung im Nahen Osten nicht andere Probleme hat. Und ich muss mich fragen lassen, welche Bedeutung Religion in der heutigen Gesellschaft hat bzw. ob ich das “islamische” Weltbild (das es per se nicht gibt) gut finde.
  3. differenziert fragen, welche Funktion die Karikaturen in einem Kontext haben. Wenn sie in einer dänischen Postille erscheinen, gehen die Karikaturen genauso gegen die islamische Gemeinde dort wie früher reaktionäre Karikaturen von Juden in deutschen Zeitungen gegen die jüdische Gemeinde. Ganz schlechter Stil also. Wären die Karikaturen dagegen in einer ägyptischen oder libanesischen Zeitung erschienen, sähe das mit der Funktion anders aus, und wir dürften das Fähnchen der Pressefreiheit hochhalten.

Irgendwo habe ich einen (fiktiven) Dialog dazu aus einem Fahnenladen gelesen, mir fiele da zuvörderst aber eine gezielt geschmacklose Idee ein, um in diesem Kontext einen Spot für Volvo zu produzieren, dessen Skizze so beginnt.

»Put your bloody hands off my Volvo!«
»But it is a danish…«
»It is swedish. Swe-dish, you know?«
»But what is the fucking difference…?«
»Look: Danish people are depressed, have a chainsmoking queen, Prince Charming and very, very reactionary politicians. Swedish people are most often happy, have an anoxeric princess, Pipi Langstrumpf and very, very ugly furniture stores.«
...

# · 5. Februar 2006, 15:21 · 348 Wörter
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