Icio

Ein weiteres Juwel in unserer Sammlung deutschsprachiger Social-Bookmarking-Anbieter stellt sich vor: Icio war Ende 2004 eines der ersten Projekte mit deutschsprachiger Oberfläche, das etwa 600 Benutzer benutzen, die bislang 8.272 Bookmarks gesammelt haben (die erste Zahl stammt noch vom August diesen Jahres) – der populärste Link wurde entsprechend von nur 14 Benutzern verlinkt – klein, aber fein also. Zwei weitere, diesmal aktuelle Zahlen: die häufigsten tags sind blog (486 Vorkommnisse), weblog (262) und news (240), und die drei eifrigsten Nutzer haben zusammen ca. 2300 Bookmarks.

Thilo Haas aus Hannover, mit seiner Connox Medien GmbH der Macher von icio (im Impressum von icio steht noch der alte Firmenname), nutzt dieses Tool derzeit vornehmlich für das Wissensmanagement in seinem Unternehmen. Weitere Funktionen sind geplant, haben allerdings keine Priorität.

Icio bietet neben EasyURLs auch die Möglichkeit, tags (hier Kategorien genannt) zu kombinieren. Eine Erweiterung des Kontext-Menüs für den Firefox gibt es ebenso wie Bookmarklets für alle anderen Browser und einen Im- und Export von Lesezeichen – allerdings lassen sich die FAQs dazu ebensowenig finden wie die angekündigten Sicherheitshinweise. Beim Abspeichern eines Links kann die Sprache der Seite abgespeichert werden, zudem gibt es die Schaltfläche automatisches Vervollständigen. Damit können automatisch a) tags hinzugefügt werden (vermutlich die der anderen Nutzer) und b) wird die description der Metadaten einer Seite automatisch ausgelesen und als Kommentar eingefügt – in beiden Fällen ein ganz nettes Feature.

Noch ein kleiner Punkt, wenn auch off-topic. Wer nach Thilo Haas googelt, stößt sehr schnell auf dessen (nach eigener Aussage nicht mehr aktives) Mitwirken bei der Turnerschaft Tuisko, einer farbentragenden, fakultativ schlagenden Verbindung, bzw. bei themenverwandten Internet-Plattformen. Das hat an sich nichts mit icio zu tun, ist aber für diejenigen Nutzer von Interesse, die Burschenschaften – zudem fakultativ schlagend – auf der politischen Korrektheitsskala recht weit unten zwischen Klaus Meinecke von den Scorpions und Hermann Göring verorten und für politisch ähnlich marginalisiert wie die MLPD halten.

Oder, um es netter und verbindlicher zu formulieren: wie (un-)politisch ist das Web 2.0 eigentlich?

# · 17. Oktober 2006, 14:30 · 335 Wörter
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1 Kommentar(e) · Kommentieren!

Kommentar

  1. anonymous coward - 29. Januar 2007, 00:48

    Waahnsinnig überraschend, dass es Web 2.0-Betreiber gibt, die eine politische, religiöse oder sonstige Meinung haben und dass nicht die ganze Welt cool-alternativ ist.
    Aber noch schwerwiegender als eine halbrechte Gesinnung finde ich hier den geradezu unverschämten Namensklau (vgl. del.ICIO.us).

    P.S.: Jaja, später Kommentar, schon klar.


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