Social bookmarks: Spamming in der Wikipedia

Es ist ja schön, dass social bookmarking in aller Munde ist. Anscheinend scheinen jetzt ganz viele Web-2.0-Entrepreneure, oder Leute, die sich dafür halten, auf diesen Zug aufspringen zu wolen. Ist letzten Endes löblich, denn wir leben im Kapitalismus und Konkurrenz belebt das Geschäft.

Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite steht zum Beispiel in der Wikipedia. Dort gibt es einen Artikel Social Bookmarks, für dessen Erstfassung ich verantwortlich zeichne und dessen Entwicklung ich nach wie vor verfolge. Nun meint aber eine grobe Masse der oben genannten Unternehmen, sie habe die Wikipedia für sich gepachtet und ihr Dienst sei so revolutionär, dass er unbedingt aufgelistet werden müsse. Egal ob mit zwei Usern oder drei Links.

Das ist natürlich völliger Unfug.

Das ist nicht Sinn und Zweck der Wikipedia. Noch besser war es im Falle des Anbieters oneview, zu dem es hieß, er sei “weltweit erster Anbieter” des social bookmarking gewesen (mit dubiosem Verweis auf diese Quelle. Es ist nicht nachzuweisen, ob dieser Hinweis in der Wikipedia von oneview stammt oder nicht; ich halte das aber für durchaus denkbar. Lustig ist es in keinem Fall.

Liebe Web-2.0-Unternehmer, anstatt die Zeit mit Wikipedia-Edits zu verplempern, entwickelt mal lieber bessere Seiten und weitere Features.

Ach ja, und noch etwas: wenn ein absolut irrelevanter Dienst aus der Liste der Anbieter gelöscht wird, heißt das nicht, dass er da so einfach wieder eingesetzt werden kann.

Nachtrag: inzwischen ist die Liste der deutschsprachigen Anbieter entfernt. Ist wohl auch besser so.

# · 8. November 2006, 13:23 · 261 Wörter
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Kommentare

  1. Platz Halter - 30. Dezember 2006, 15:28

    Hallo Roxomatic-Team,

    ich möchte mich hier als Gründer von oneview 2.0 zu dem oben geschilderten Sachverhalt äußern. Die Nennung von oneview unter dem Titel “Spamming in der Wikipedia” trifft uns sehr und hätte in meinen Augen bei sogfältiger Recherche des Verfassers vermieden werden können. Der Eintrag in Wikipedia mit dem Wortlaut “weltweit erster Anbieter” wurde nicht von oneview Mitarbeitern der Wikipedia hinzugefügt. Offengestanden hat uns diese Tatsache natürlich sehr gefreut und entspricht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auch der Wahrheit. Oneview wurde 1998 von Felix Hildebrandt zusammen mit Axel Schmiegelow gegründet. Witzig ist hierbei der Verweis auf unseren Blog unter dem Zitat “Mit dubiosen Verweis aus diese Quelle” . Wie kann eine Quelle “dubios” sein, wenn rechts im Menü alle Pressemitteilungen und Awards aus den Jahren 1999 – 2002 aufgelistet sind. Desweiteren hätte eine simple Google-Abfrage “Licht” in die Historie von oneview gebracht. Im übrigen hatte oneview eine Kooperation mit Lycos im Jahr 2000 und war im Suchergebnisbereich an jedem SER (Treffer) mit “Add to oneview” eingebunden. Es ist wohl so, das neben oneview etwa zeitgleich in den USA ein ähnlicher online bookmarking service gegründet wurde mit Namen “blink”. Lesenswert hierzu ist im übrigen das Posting im Agenturblog.de mit entsprechendem Verweis auf den Blog des damaligen Gründers von blink Ari Paparo http://www.agenturblog.de/2005-12/getting-it-right/ . Glücklicherweise hat oneview die schlimme Zeit nach Platzen der “Blase” als eines der wenigen Unternehmen dieser Zeit überlebt. Oneview war mal in 16 Ländern weltweit und wir haben derzeit eine Datenbasis von über 7 Millionen Links und fast 250.000 Usern die wir komplett in das neue oneview 2.0 migriert haben. An dieser Stelle betone ich aber, das das nicht nur positiv für unseren Neustart war und ist, wir mit einigen Herausforderungen zu kämpfen haben, aber auf einem sehr guten Weg sind und wir freuen uns über jeden der mithilft. Verwunderlich finde ich auch, das Ihr in Eurem blog mit Links von Mister Wong http://www.mister-wong.de/user/Kossatsch/ auf einen Blog-Eintrag verweist, aus dem augenscheinlich bei aufmerksamem Lesen ersichtlich gewesen wäre, das oneview auch von diesem Blogger als “erster” online bookmarking Service genannt wird und das mit Datumsangabe 1998 http://www.e-commerce-blog.de/2006/09/30/was-ist-eigentlich-mit-oneview-los/ . Bedenklich finde ich auch das Ihr Mitarbeiter von Mister Wong seit, zumindest freiberuflich für diesen ebenfalls hervorragenden social search Anbieter tätig seit. Diesbezüglich hätte ich gerne ganz persönlich eine Stellungnahme von Euch, denn an dieser Stelle mach ich mir Sorgen, das hier eine für oneview unerfreuliche Blog-Spam Welle ausgelöst werden sollte. Ich darf doch hoffentlich diese Vermutung hier aussprechen. Ohne Euch und dem Verfasser des Blog-Artikels eine böswillige Absicht zu unterstellen, möchte ich hier meine Gedanken zu einer völlig freien Wikipedia und der Blogosphäre äußern. Jede Art von Informationsquelle kann nur wertig und von Bestand sein, wenn die in Ihr enthaltenen Informationen nach qualitativen journalistischen Maßstäben recherchiert, so wie neutral und möglichst objektiv aufbereitet wurden. Politik und damit strategische Meinungsmache sollte zumindest in einer Wikipedia nicht möglich sein, deshalb begrüsse ich das neue Wikipedia-Projekt citizendium. Auch die Blogosphäre sollte sich tunlichst neutral verhalten, wenn nicht echte Tatsachenbeweise vorliegen. Alles andere führt zu der von Tim Berners-Lee kürzlich vermuteten Verseuchung des Internets. Im übrigen würde ich mich freuen, wenn in der langen und hoffentlich neutralen social search / social bookmarking Liste unterhalb Eures Postings auch das oneview bookmarklet aufgenommen würde. Ich denke, wir haben es verdient. Leider kann ich Euch das nur per Email zusenden, völlig Web 1.0 “like”... leider… ;o) Danke für die Zeit die Ihr Leser für das Lesen dieses Kommentars aufgebracht habt, ich hoffe es war informativ und konnte “klären”. Grüsse, Marcus


  2. Platz Halter - 30. Dezember 2006, 15:28

    Ähem, also ich werde jetzt sicher nicht genauso lange und ausführlich kommentieren, aber zur Klarstellung:

    a) es geht um social bookmarking, nicht um online bookmarking. Das ist ein wichtiger Umterschied. Online bookmarking gibt es schon seit ich weiß nicht wieviel Jahren, mit X Anbietern. dmoz.org ist dein Freund. Social bookmarking heißt Öffentlichkeit, Tagging, RSS-Feeds und, wenn die Sonne scheint, auch ein API. Wer den Anfang des Wikipedia-Artikels gelesen und verstanden hat, weiß das auch.

    b) ich arbeite freiberuflich für Mister Wong bzw. die construktiv GmbH. Ich würde auch für andere Anbieter freiberuflich arbeiten. Übrigens hat auch Mister Wong ganz zu Anfang meine ganz eigene Kritik um die Ohren geschlagen bekommen.

    c) für das Bookmarklet bin ich offen – ob ich es dann mal einsetze, ist eine andere Frage.

    d) ich verseuche niemanden und nix, aber gegen Dummheit bin ich eben allergisch. Wo kommen wir denn da sonst hin?


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