Open Source - zwischen saubillig und Diebstahl

Weil ich mich (unfreiwillig) mit marginalisierten Anbietern des social bookmarking befasst habe, fühlte ich mich dazu bewogen, diese Seiten näher unter die Lupe zu nehmen. In zwei mir bekannten Fällen schien es tatsächlich so zu sein, dass die Seiten auf Scuttle aufbauen, aber der Hinweis darauf aus dem Impressum gelöscht wurde.

Inzwischen bin ich auf eine anders liegende Sachlage bei alltagz.de hingewiesen worden, u.a. hier in den Kommentaren. Der Hinweis war in eine der Hilfeseiten gewandert – wäre er dort geblieben, wo er ursprünglich stand, wäre dieses Missverständnis nicht geschehen. Ich habe leider auch nur zwei Augen, und kann mich für diesen Fehler nur entschuldigen. Es ist zudem insbesondere herauszustellen, dass die skilldeal AG schon länger Open-Source-Projekte massiv unterstützt, u.a. mit Firefox kommt.

Ähnlich verhält es sich bei maodi.de. Bei maodi.de ist Gregory Neeb der Inhaber, und dass das dortige Impressum schön kontrastarm ist (erhellender Screenshot), bleibt ein Fakt, der zumindest die Geschmacksnerven tangiert. Sehr lustig bleibt für mich neben dem Namen eines der wichtigsten tags – wordlnews – das zugehörige Weblog, in dessen ersten Eintrag gleich ein Werbekommentar der eigenen Firma (ich nenne es mal so) zu finden ist. Virales Marketing für Anfänger. Aber okay, den Sarkasmus muss nicht jeder lustig finden.

Und auch weiterhin weisen sowohl cxWeb, klickts? als auch das ziemlich zugespammte leze.de in ihren about-Seiten auf Scuttle hin.

Mag dieser Artikel und das Missverständnis meinerseits trotzdem dazu dienen, ein wachsames und kritisches Auge auf GPL-Verletzungen zu haben.

Die GPL, auch wenn sie aus unterschiedlichen Gründen in der Kritik steht, stellt in der (inoffiziellen) deutschen Übersetzung fest, man solle “mit jeder Kopie einen entsprechenden Copyright-Vermerk sowie einen Haftungsausschluß veröffentlichen”. Das bleibt eindeutig.

Die Verletzung von Lizenzen ist in meinen Augen nicht nur ein Kavaliersdelikt, aber vielleicht liegen meine ethischen Maßstäbe da einfach zu hoch. Open Source bedeutet nach wie vor nicht kostenlos.

# · 15. November 2006, 10:01 · 331 Wörter
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