Nina, Linkarena und die Authentizität im Web 2.0
Web 2.0 und gute PR scheinen manchmal nach wie vor zwei Welten zu sein. Ob es sich dabei um Kommentarspam handelt, weiß ich nicht genau, denn zumindest scheint der Kommentatorin der Begriff des Copy & paste noch nicht geläufig. Wenn ich aber beim geschätzten Sichelputzer von viralem Müll lese, dann gibt es zweieinhalb Möglichkeiten.
- Besagte Nina (die aus Münster kommentiert) ist ein sehr altruistischer Mensch, der freiwillig und sehr intensiv Werbung für Andere macht. Fein, gibt es, schließlich weist jeder in Kommentaren mal auf den einen oder anderen tollen Service hin. Dadurch, dass sie es beim Sichelputzer mit E-Mails versucht, wird die Sache eher seltsam. Ist aber möglich.
- Den Machern von Linkarena fehlt einfach der Mumm, sich hinzustellen und zu sagen, ich bin der Herr Stratmann (übrigens auch aus Münster, welch’ Zufall) und habe hier etwas erstellt, was sicherlich ganz toll ist (Linkarena hat Lesezeichen im sechsstelligen Bereich, immerhin, und einige ganz nette Features), und was aus den Gründen A, B und C vielleicht sogar besser ist als die öde Konkurrenz. Stattdessen wird die Identität einer obskuren Nina mit AOL-Adresse (wie uncool) vorgeschickt, die betont locker und leger schreibt. Vielleicht ist es auch eine Mitarbeiterin von dimento.com, die das in ihrer Mittagspause macht, weil es an Geld im Werbeetat mangelt.
- Es kann auch sein, dass Nina der Nickname des Herrn Stratmann ist, aber das halte ich für eher unwahrscheinlich bis unappetitlich.
Diese Pseudokommentare gab es schon einmal; der lieben Ordnung halber sei aber drauf hingewiesen, dass die Macher von Mister Wong (Disclaimer) sich entschuldigt und daraus gelernt haben, der Kundendialog mittlerweile vor allem über das Weblog läuft und sie sich wirklich professionelle Hilfe eines erstklassigen Web-2.0-Beraters geholt haben (habe ich mal nicht verlinkt, aus Gründen der Diskretion). Von der Energie, neue und kreative Features zu implementieren, ganz zu schweigen, aber das soll jeder Nutzer bitte alleine entscheiden.
Mit diesem pseudoauthentischen, seltsamen Vorgehen in Sachen PR – sofern Nina Linkarena zugeordnet werden kann – werden in meinen Augen Projekte vor die Wand gefahren, aus denen ansonsten durchaus was werden könnte. Schade.
Nachtrag: siehe auch beim Herrn Basic.
roxomatic


Authenzität?
Es heißt Authentizität.
Außerdem kann ich ich gerade kaum lesen was ich da schreibe, viel zu klein.
Indeed, gefixt. Und danke für den Hinweis auf die Miniaturschrift…
Hey, das Phänomen “Nina” ist mir auch schonmal begegnet. Habe erst vor kurzem über MySpace eine Mail erhalten, in der ich auf einen neuen Dienst hingewiesen wurde, der anderen jederzeit meine aktuelle Tätigkeit mitteilt.
Da es bei MySpace keine zu verbergende Mailadresse o.ä. Schützenswertes gibt, antwortete ich darauf einfach mal und nannte ein paar Punkte, warum ich an solch einem Dienst nicht interessiert bin.
Und jetzt kommt’s: Einen Tag später erhielt ich wieder eine persönliche Antwort, mit einer Abarbeitung der genannten Kritiken und jeweils einer Begründung, warum ich mich doch dafür interessieren könnte.
Wer macht sich denn bitte so viel Mühe? Gibt es bei diesen Diensten eine Prämie für das Werben weiterer Mitglieder? Ich kann mir jeweils kaum vorstellen, dass ich tausende unbekannte Personen zur Bewerbung einer neuen Internetseite persönlich anschreibe.
Ich hab mich letztendlich übrigens nicht angemeldet. :-)
Tja, Web 2.0 und Marketing sind manchmal eben doch zwei Welten…