Erfolgreich bloggen
Hier (via dort) werden mal wieder Tipps gegeben, wie denn bitte ein erfolgreiches Weblog zu führen sei. Wir kommentieren das mal (mit Bezug auf die entsprechenden Erläuterungen im Originalbeitrag).
- Pick a topic for your blog. Grundsätzlich richtig, aber man darf sich auch nicht zu enge Grenzen setzen, das wirkt dann arg steril. Die beste Lösung ist der Schwerpunkt XY, Gott und die Welt.
- Encourage comments. Kommentare ermöglichen und beantworten ist logisch, oder?
- Make it easy to subscribe. Gehen wir davon aus, dass ein halbwegs intelligenter Mensch das eigene Weblog als Weblog zu erkennen vermag (denn es gibt auch Weblogs, die “atypisch” ausschauen), dann sollte derjenige den Hinweis Feed(s) an prominenter Stelle finden (und nicht in der Seitenleiste gaaanz unten, wie in manchen Standard-Templates). Ob es das häßlich-orange Icon braucht, sei dahingestellt. Zudem wird dieses Icon ohnehin in der Adressleiste moderner Browser (Firefox 2, Opera 9, IE 7) gezeigt, sofern im Quelltext auf den Feed verwiesen wird. Und das ist so, oder? Feedburner braucht man nicht unbedingt.
- Include an About page. Wir leben im Land der Abmahnungen und Impressum-Generatoren – daher ist das hierzulande ein überflüssiger Hinweis.
- Present your ideas visually. Klingt arg nach FOCUS, ist aber logisch, dass komplexe Ideen und Sachverhalte auch grafisch untermalt werden. Screenshots an gegebener Stelle sind ebenfalls ganz nett.
- Keep posts short and to the point. Nein. Kurz ist nicht immer gut. Je nach Publikum ist es manchmal sogar besser, länger und ausführlicher (aber nicht langatmig) zu schreiben. Ein passender Aufhänger macht viele Artikel erst appetitlich.
- Use subheadings for long posts. Das hingegen passt in vielen Fällen, wenn auch nicht immer.
- Link abundantly. Nicht unbedingt. Dieser Hinweis scheint einer PR-Attitüde zu entstammen, möglichst laut und auffällig zu sein, egal, was man sagt oder wie man wirkt. Das kann je nach Zielgruppe sehr kontraproduktiv sein.
- Make headlines descriptive. Ist kein Muss, finde ich. Auch ein völlig dadaistischer Titel kann attraktiv sein und auffallen.
- Archive by topic. Rather than date. Schon lange bekannt – wichtig vor allem bei Blogs, die den Schwerpunkt auf mehreren Themen haben.
- Include a list of related posts beneath each post. Nein. Muss nicht sein. Entsprechende Plug-Ins arbeiten nicht immer sehr zuverlässig. Ich halte das Verwenden von Tags für eine ausreichende und sinnvolle Alternative.
- Allow users to contact you offline. Geht gar nicht anders. Siehe Punkt 4.
- Present your real viewpoint. Be yourself and speak your mind. Was auch sonst? Niemand wird jedoch daran gehindert, als advocatus diaboli von Zeit zu Zeit seinen eigenen Standpunkt ironisch zu hinterfragen.
- Write for your future employer. Naja. Wird als Klischee gerne wiederholt und ist wohl die Schere im Kopf, welche die Blogosphäre vor den peinlichsten Abgründen bewahrt. Wer wirklich Content mit Substanz bietet, dem kann das egal sein.
- Include a Top Posts section. Nein. Ist selten sinnvoll – so ist der meistkommentierte und -gesehene Artikel bei mir ein Hinweis auf ein kleines Musikstück und steht völlig außerhalb des üblichen Fokus. Blogger, die z. B. über Tokio Hotel oder Fräulein Hilton gelästert haben, machen ähnliche Erfahrungen.
- Provide an index. Ja. Tags und Kategorien helfen da hervorragend.
- Get your own URL and match it to your blog’s title. Klar. Blogs bei Gratishostern waren und sind megaout.
- Include a Recent Posts section in your sidebar. Logisch.
- Reward commenters for commenting. Punkt 2 muss reichen – eine öffentliche Hitparade der Kommentatoren befördert dagegen das Trolltum und Blogstalking.
- Post often. Gerne.
Wer bis hierhin mitgelesen hat, wird merken, dass dies wieder eine der vielen Listen ist, die heiße Luft produzieren. Bloggen, nicht nur im Business- und Corporate-Bereich, ist eine zielgruppenspezifische Tätigkeit, die sich nicht in 20 Punkten zusammenfassen lässt. Wichtige Aspekte wie z. B. Pingen, Trackback oder Technorati sind ohnehin außen vor geblieben.
roxomatic


Genau, so sehe ich das auch!
Außerdem sollte man den Begriff “erfolgreich” in Bezug aufs Bloggen sehr weit fassen: erfolgreich kann aus subjektiver Sicht ja auch bedeuten: 10-15 treue Leser und Leserinnen haben und so zufrieden sein mit seinem Blog und der kleinen Community, die sich vielleicht für ein sehr spezielles Thema interessiert und im Blog austauscht.
Für mich steht im Vordergrund der Spass. 10-15 treue Leser und Leserinnen reichen für einen produktiven Gedankenaustausch mehr als aus.