OmegaT

OmegaT ist quasi der 2CV unter den CAT-Tools. Unschlagbar im Preis, sehr schnell, äußerlich einfach gehalten und wer es kann, darf auch am Programm herumbasteln.

Wer OmegaT benutzen möchte, braucht eine funktionierende Java-Umgebung, die zumindest bei der Windows-Version teilweise im OmegaT-Paket enthalten ist, ansonsten muss man hier die passende Version herunterladen. OmegaT selber gibt es hier. Die gepackte Datei sollte entpackt werden und die entsprechende Datei (unter Windows OmegaT.bat) sollte ausgeführt werden.

Was sich zunächst kompliziert anhört, freut Nutzer alternativer Betriebssysteme wie Linux oder Mac, werden diese doch mit CAT-Tools nicht allzu reich beschenkt.

OmegaT kann nur textbasierte Dateien übersetzen. Dazu zählen neben den üblichen Verdächtigen auch odt-Dateien, d.h. das Standardformat von OpenOffice 2. Man muss also doc- oder ppt-Dateien erst mit OpenOffice öffnen und dann im entsprechenden OO-Format abspeichern.

Wird OmegaT erfolgreich gestartet, öffnet sich ein dreigeteiltes Programmfenster. Links ist das Feld, in dem (später) das zu übersetzende Dokument bearbeitet wird. Zunächst wird in diesem Feld jedoch der Instant Start Guide angezeigt. Die anderen Fenster auf der rechten Seite zeigen Fuzzy Matches (sich bis zu x % wiederholende Segmente, wobei x individuell eingestellt werden kann) und das Glossar, mit dem eine Textdatei mit Terminologie eingelesen werden kann.

Die Optionen sind spärlich, immerhin gibt es individualisierbare Segmentierungsregeln für Deutsch, Russisch, Japanisch, Englisch und HTML-Dateien. Weitgehend lassen sich alle Befehle per Tastatur reproduzieren. Weitere Tools zu OmegaT gibt es hier.

Um eine Übersetzung zu starten, muss ein Projekt geöffnet werden. Dabei kann ein Projekt aus mehreren einzelnen Dateien bestehen. OmegaT fragt nach Ausgangs- und Zielsprache und legt die Verzeichnisse für alle relevanten Dateien fest. Im folgenden Fenster können die Ausgangsdateien importiert und durch Anklicken geöffnet werden.

Im linken Fenster sieht man nun den Ausgangstext. Sämtliche Formatierungen wurden durch Tags ersetzt. Die Tags müssen auch im übersetzten Text stehen bleiben. Das wird manchmal ein wenig heikel, wenn man nicht weiß, ob es sich um Zeilenumbrüche, Listenpunkte oder einfache Formatierungen handelt. Welchen Text setzt man wohin? Sollten am Ende der Übersetzungen Tags fehlen, ist keine Erstellung des Zieldokuments möglich – immerhin zeigt OmegaT per Menübefehl, in welchen Segmenten der Fehler liegt.

Minuspunkte

  • Programm stürzt bisweilen ab (Fenster bleibt grau), wenn auch ohne Datenverlust. Das kann aber ebenso ein javaspezifisches Problem sein
  • etwas umständlicher Workflow durch den Zwang zum Konvertieren in OO-Formate
  • Glossare bzw. Terminologielisten lassen sich nur von Hand erstellen bzw. pflegen – im Programm selber geht auch nur Copy-and-Paste im Glossarfenster
  • die Formatierungen des Zieldokumentes überzeugen nicht immer
  • Die entstehenden TMs sind veralteter Standard und beinhalten alle Tags (es gibt allerdings ein Tool, um diese herauszulöschen).

Pluspunkte

  • plattformübergreifend
  • relativ schnell
  • durchaus intuitiv (auch durch die recht wenigen Funktionen)
  • projektbezogene Arbeit von Beginn an

Fazit

OmegaT ist eine gute Wahl für

  • Anfänger, die nicht gleich ein paar Hundert Euro in ein professionelles Tool investieren wollen oder können.
  • für jemanden, der sich nicht so sehr um Terminologie schert oder gerne bereit ist, entsprechende Listen mit dem Texteditor zu pflegen.
  • Fans von Open Source, Linux und Mac kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

# · 19. Juli 2007, 20:30 · 523 Wörter
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3 Kommentar(e) · Kommentieren!

Kommentare

  1. Sonja - 29. Juli 2007, 18:36

    Du schreibst: “ * Die entstehenden TMs sind veralteter Standard und beinhalten alle Tags (es gibt allerdings ein Tool, um diese herauszulöschen).”

    Warum ein zusätzliches Tool? OmegaT erstellt drei TMs: eines ganz ohne Tags, eines mit OmegaT-spezifischen Tags, eines mit TMX Level-2-Tags, wenn ich mich jetzt hier nicht irre. Wenn man also keine Tags haben möchte, nimmt das ohne, für spätere Wiederverwertung in OmegaT dann natürlich das mit den OmegaT-Tags, und man kann es auch mal wagen, das Level-2-TMX in anderen CAT-Tools zu verwenden.


  2. Torsten - 1. August 2007, 17:44

    Meines Wissens produziert OmegaT nur TMs nach Version 1.0, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Anyway, across z.B. kann diesen Standard noch importieren.


  3. Sonja - 2. August 2007, 21:06

    Es gibt hier einen Unterschied zwischen TMX Version und TMX Level. Level 2 TMX-Dateien enthalten Taginformationen, die auch für andere Anwendungen “nutzbar” sind. Abgesehen davon unterstützt OmegaT TMX Version 1.4b, und das in Level 1 und Level 2.


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