Zensur bei Sevenload
Zwar hatte ich mich hier von Flickr verabschiedet, um mit sevenload ein sympathisches Start-Up zu nutzen, die Lust daran ist mir allerdings vergangen.
Warum?
In einem Artikel hatte ich mich über ein Jobangebot einer so genannten Übersetzungsagentur ausgelassen und natürlich auf entsprechende Screenshots dieses “Angebots” hingewiesen, die ich seinerzeit bei sevenload hinterlegt hatte.
Vor mehreren Tagen bin ich darauf hingewiesen worden, dass die Links auf die Screenshots nicht funktionierten. Im Postfach bei sevenload gab es dazu eine Mail, die bei beiden Bildern darauf hinweist, dass dieses Bild nur mehr für mich sichtbar sei, weil es gegen unsere Richtlinien verstößt.
Wir reden hier nicht von politisch randständigen, schweinischen oder urheberrechtlich bedenklichen Abbildungen. Nein. Wir reden von ganz normalen, unkommentierten Screenshots.
Den Hinweis, sich bei Missverständnissen an den Support zu wenden, habe ich gerne angenommen, um im Gegenzug erst einmal gefragt zu werden, um welche Bilder es denn ginge. So etwas nenne ich schlechte Organisation. Die nächste Antwort lautete dann:
Die Bilder machen Werbung für eine Homepage, und Werbung für andere Seite ist auf sevenload nicht gestattet.
Aha. Ich weiß ja, dass bundesdeutsche SEOs sehr aggressiv sein können – Stichwort social bookmarking und Spam – aber das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn diese Screenshots (1, 2)Werbung für andere Seiten machen (eher im Gegenteil), sind auch andere Screenshots, die man vielleicht für Tutorials macht, akut für eine öffentliche Nutzung gefährdet. Ebenso der Link auf meine Homepage und auf dieses Weblog.
Nö, dann gehe ich lieber wieder zu Flickr, die gehören zwar zu Yahoo und haben eher gar keinen Support, aber die machen so etwas wohl eher nicht…
PS:
Einen haben wir noch. Bei sevenload gibt es bedauerlicherweise auch Referrerspam (beim 2. Screenshot, beim ersten dagegen gar nicht). Vielleicht sollte sich der Support mal darum kümmern.

Naja.
PPS:
Keine Zensur, siehe Kommentar, nach meinem bisherigen Informationsstand (ich habe nie ein Schreiben bekommen und möchte das auch nicht) ein Einknicken vor rechtlich fragwürdigen Einwänden von Dritten – allerdings kann ich in Abmahnungscountry sehr gut verstehen, dass man da eher eben mal nachgibt als den lonesome Cowboy zu geben.
Das Stellenangebot ist übrigens anscheinend immer noch vakant.
roxomatic


Hallo Torsten,
es tut uns sehr leid, dass wir uns hier zum Eingriff gezwungen sahen. Grund dafür war keineswegs die Tatsache, dass es sich um “Werbung für eine fremde Website” handelt, sondern ein Schreiben der Firma TetraLingua, die uns bzw. dich einer Copyright-Verletzung beschuldigte und diese Screenshots mit sofortiger Wirkung entfernt sehen wollte. Sollten wir dabei übermütig reagiert und den Grund zu allem Überfluss auch noch falsch angegeben haben, so tut mir das sehr leid. Das ist definitiv nicht gängige Praxis bei sevenload.
Die Problematik des Referrer-Spam ist gesondert hiervon zu betrachten und wird sofort erforscht und behoben. Was man da auf deinem Referrer-Screenshot sehen kann, ist wirklich abscheulich :).
Vielen Dank für dein Posting und viele Grüße, – Tom (sevenload)
Eins muss man sevenload doch lassen: sie kümmern sich um die Beschwerden der Nutzer, wie die rasche Reaktion von Thomas Bachem zeigt.
Das ist wohl wahr.
Die rasche Reaktion auf den Blog-Eintrag kann auch einfach bedeuten, dass sie ein Blog-Screening machen und dabei natürlich bemüht sind, kein schlechtes Bild entstehen zu lassen.
@Andreas: Ob sie das aus Überzeugung tun oder um kein schlechtes Bild entstehen zu lassen, ist doch eigentlich zweitrangig. Torsten kritisiert – sevenload antwortet: das ist ein Nutzerdialog, zu dem nur wenige Unternehmen imstande sind.