Billig-Rhetorik, oder: Elend der Fußballberichterstattung
Heute schreibt Markus Brauck in der FR
Aber wenn es stimmt, dass Thomas Gottschalk (60 000 Euro) und Johannes B. Kerner (65 000 Euro) teurer sein dürfen als Schmidt, dann stimmt etwas nicht in dieser Republik. Was hat Kerner, was Schmidt nicht hat? Darf einer, der bei jedem, also wirklich jedem 30-Meter-Schuss aufs Tor einfach nur “Warum nicht?” ins Mikro hämmert, so teuer sein? Bei Schmidt könnte man immerhin vermuten, dass es bei ihm nur eine Anspielung auf den Wappenspruch der Familie des Ignatius von Loyola gewesen wäre, der eben auch lautete “Warum nicht?” Irgendein Feuilletonist hätte es sicher bemerkt und Schmidt danach gefragt. Aber Kerner?
Für die Freunde der “Warum nicht?”-Rhetorik:
Heute abend kommt sie wieder, diesmal zuzüglich bereits dreifach wiederholter Kalauer und Anekdoten zu Otto R. Wer möchte so etwas?
Andere machen es nicht besser: anscheinend wird das Ehepaar Delling-Netzer so lange und so schlecht wiedergekäut, bis sich niemand daran erinnern kann oder möchte, dass die beiden mal einen Grimme-Preis bekommen haben.
Wir sehnen uns zurück zu Heribert Faßbender, der war zwar auch näherungsweise unerträglich, aber er ahnte es wenigstens.
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