Sommerlektüren (2)
Buchhandlungen haben die unangenehme Angewohnheit, einen Stand mit Mängelexemplaren dem ahnungslosen Fußgänger derart in den Weg zu stellen, dass man als bibliophiles Wesen mindestens einen flüchtigen Blick auf die feilgebotene Ware werfen muss. Handelt es sich nicht nur um poppig-bunte Bände vom Schlage «Schöner kochen», und erhascht man (selten!) einen bekannten Namen aus dem Feuilleton (also nicht Daniella, Konsalik oder Kishon), hat der Stand für den Dealer seinen Sinn erfüllt und man ist angefixt.
Haben diese Bücher auch noch ein unübersehbares Preisschild mit einem akzeptabel erscheinenden Preis («...nimm mich mit! Ich koste nur einen Euro!»), folgt ein reflexartiger Griff, dem nur noch der Weg ins Geschäft folgen kann, will man nicht das Gesicht verlieren.
Nichts gegen das moderne Antiquariat, vor allem dann, wenn man nur ein Akademikergehalt hat.
Zu den Büchern, die so in meinen Besitz gekommen sind, gehört seit wenigen Monaten auch New York als sogenanntes “Sparbuch” von Ullstein. Für einen Euro gab es ein Taschenbuch voll liebenswert-misanthroper Gelassenheit, einen Billigeinband, gesprenkelt mit Druckfehlern und mindestens einer fragwürdigen Übersetzung, denn ein deutschsprachiger Computer sagt eigentlich niemals Wirt nicht gefunden, sondern höchtens Host not found.
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roxomatic

