Wie die SPD die NRW-Wahlen doch noch gewinnt

Schlimme Zeiten für die NRW-SPD. Mit 34 Prozent ist keine Regierung zu stellen, da helfen auch keine vier Wahlgänge. Aber noch gibt es Hoffnung, drei Wochen bieten noch jede Menge Möglichkeiten. Wir malen ein kleines Szenario aus.

Der Attentats-Mitleids-Bonus
8. Mai 2005: Ein Geistesgestörter wirft sich mit einer Machete auf Peer (»Peer kann mehr!«) Steinbrück, nachdem er ihn in letzter Sekunde erkannt hat (fehlende Wiedererkennung ist für Politiker zwar schlecht, aber eventuell lebensrettend). Die SPD gewinnt 2 Prozent hinzu.
Nachteile: ist lebensgefährlich, bringt Politiker kurz- bis langfristig in Verwirrung (Lafontaine) oder in den Rollstuhl (Schäuble), hat letzten beiden auch nicht geholfen. Und Eier werfen allein reicht nicht fürs Mitleid.

Der Bestechungs-Bonus
10. Mai 2005: Alle Hartz-IV-Empfänger bekommen ein Päckchen. Inhalt: eine Flasche Münte Pils, ein Kringel Fleischwurst und ein Gewinnspiel, das im Unterschichtenfernsehen (RTL) stark beworben wird. Was die Teilnehmer nicht wissen: mit dem Gewinncoupon wird ein Wahlzettel verschickt, auf dem die SPD bereits angekreuzt ist. Nur plus ein Prozent, weil ein großer Teil der Empfänger nicht weiß, wie man etwas mit der Post verschickt.

Der Katastrophen-Bonus
15. Mai 2005: Peer Steinbrück bekommt Amtshilfe vo seinem Kollegen Beck aus Rheinland-Pfalz. Zehntausende Ein-Euro-Jobber zwischen Koblenz und Mainz müssen am Rheinufer und rhythmisch auf und nieder springen. Daraufhin verwüsten gewaltige Flutwellen große Teile des Niederrheins. Hunderte von Besserverdienenden finden in ihren Villen rund um Bonn ein grausames Ende, die FDP bangt um Ihre Wähler und scheitert voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde. Peer Steinbrück im Katastrophenhelfer-Dress macht großen Eindruck. Plus zwei Prozent. Mindestens.

Der Ich-habe-den-Kanzler-schon-immer-gehaßt-Bonus
18. Mai 2005: Bei einer Sitzung in Berlin streckt Peer Steinbrück Kanzler Schröder durch einen gezielten Faustschlag vor laufenden Kameras nieder. Sein anschließender Kommentar (»Ich fand den Schröder schon immer Scheiße!«) bringt ihm ein zusätzliches Prozent, leider auch ein Parteiausschlussverfahren, das aber erst nach den NRW-Wahlen beginnen wird.

Der Idioten-Bonus
Dies ist die einzige Unbekannte in diesem Spiel. Der Gegenkandidat Jürgen Rüttgers hat bereits sehr zart angedeutet, dass er auch diesmal auf der Suche nach einem besonders großen Fettnapf ist. Das Verwechseln von brutto und netto ist schon vergeben, vielleicht kommt ja noch das eine oder andere peinliche Statement dazu. Im Falle von Rüttgers stehen die Chancen da besonders gut. Im weiser Voraussicht plus drei Prozent.

Macht zusammen 43 Prozent. Geht doch.

# · 2. Mai 2005, 16:04 · 396 Wörter
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4 Kommentar(e) · Kommentieren!

Kommentare

  1. alex - 3. Mai 2005, 23:19
    *LOL gut ge/beschrieben, man muß sich eben einfach nur ein bischen anstrengen…:)
  2. Trixium - 4. Mai 2005, 21:01
    Trackback von Trixium:
    Frische Ideen für die NRW-SPD

    Noch'n Vorschlag
  3. Roland Adler - 24. August 2005, 14:11
    Durch Zufall gelange ich auf Ihre bescheuerte Internet-Seite. Insbesondere nach der NRW-Wahl, die die Rot-grünen mal wieder verloren haben, wird deutlich: Der Einzige, der hier offensichtlich einen “Idioten-Bonus” braucht ist der Verfasser Ihrer Seite.
    Für die Regierung der Alt-68er Dummschwätzer Schröder / Fischer gilt die Feststellung einer britischen Zeitung:
    DIE SCHLECHTESTE REGIERUNG SEIT ADOLF HITLER !
  4. Kossatsch - 24. August 2005, 14:59
    Danke für die Blumen. Endlich gibt es auch hier Trolle, sogar mit Bindestrich-Komplex. Klasse!
    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wieviel Intelligenz es bedarf, um Ironie zu verstehen. Als ob ich für die SPD wäre…

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