Lesetipp: Tariq Ali - Bush in Babylon
In den letzten Wochen habe ich nebenbei Tariq Alis Bush in Babylon gelesen. Es ist überaus empfehlenswert, um den bewaffneten Widerstand gegen die Besatzung im Irak besser zu verstehen.
Neben einem sehr lehrreichen Aufriss der jüngeren Geschichte versorgt Ali seine Leser/-innen en passant mit zeitgenössischer Lyrik. Seine Polemik und sein hintergründiger Humor brauchen etwas, um in Fahrt zu kommen, dann aber richtig (so, wenn es in einer Fußnote über den pakistanischen Machthaber ul-Haq heißt: »Im Jahr 1989 wurde er gemeinsam mit dem US-Botschafter und dessen Hund in einem Militärflugzeug in die Luft gesprengt. Der Hund, ein fester Bestandteil in Islamabads diplomatischen Kreisen, wurde aufrichtig vermisst.«).
Tariq Ali ist natürlich parteiisch; er vertritt eine ausgesprochen kritische Haltung gegenüber dem Westen und Israel, ohne die Fehler in der arabischen Welt auszulassen. Er stellt heraus, wie Politiker wie Saddam Hussein oder Organisationen wie al-Qaida durch den Westen erst groß gemacht wurden.
Was in diesem Buch logischerweise fehlt, sind die letzten Ereignisse (Bushs Wiederwahl, Wahlen im Irak), diese Entwicklung wird aber vor dem Hintergrund der hier entfalteten Argumentation verständlicher.
Pflichtlektüre sollte dieses Buch für diejenigen sein, die sich mit interkulturellen Phänomen auseinandersetzen, aber auch für die, die sich in Anbetracht der nicht enden wollenden Attentate über die möglichen Ursachen umfassend informieren wollen.
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