Qualitätskontrolle mit memoQ (1): QA

Weil an anderer Stelle auf ErrorSpy hingewiesen und dieses Angebot getestet und kritisch gewürdigt wurde, habe ich mich bemüßigt gefühlt, das – ohnehin täglich genutzte – QA-Modul in memoQ stichprobenartig zu vergleichen.

Dazu haben wir die gleiche TM wie eben dort einem nur halbwegs „scharf geschalteten“ QA unterzogen. Die QA-Einstellungen umfassen nicht weniger als sechs Registerkarten: Segmente und Benennungen, Zahlen(-format), Interpunktion, „Leerzeichen, Großbuchstaben, Zeichen“ und schließlich Inline-Tags. Dabei können außerordentlich komplexe Funktionen genutzt werden.

Zu den m. E. erwähnenswerten Funktion gehören:

  • Überprüfung auf konsistente Übersetzung (auf Wunsch in beide Richtungen)
  • Terminologieprüfung (auch auf „verbotene“ Begriffe)
  • Länge der Übersetzung (im Verhältnis zum Quelltext bzw. absolute maximale Länge)
  • Zahlenformat (auch jeweils sprachspezifisch)
  • Leerzeichen vor/nach Satzzeichen
  • gleiches Satzzeichen am Segmentende
  • Leerzeichen (doppelte Leerzeichen, Leerzeichen am Segmentende)
  • verbotene Zeichen

Das Ergebnis beim Starten der QA nimmt sich in unserem Beispiel zunächst so aus:

Diese Übersicht (86 Fehler) ermöglicht eine schnelle Bearbeitung und weist dennoch eine ausreichende Detailtiefe auf (siehe rechts oben). Diese Liste lässt sich auch im HTML-Format exportieren, was dann wie folgt ausschaut:

Dabei gilt: Lieber einen ‘false positive’ sehen als einen Fehler übersehen. Der QA-Assistent findet ohnehin nur bestimmte Fehler, die in einem automatisierten Raster hängenbleiben (was gerne vergessen wird). Es ist übrigens erschreckend, wie viele Fehler ein offiziell übersetztes EU-Dokument enthält (so wird “35 times” zu “siebenmal” übersetzt).

Für den Alltag geht es auch ein wenig einfacher: Bei entsprechenden QA-Einstellungen werden diese Fehler nämlich bereits im Editorfenster markiert und lassen sich durch eine gefilterte Ansicht (indem man nur Fehler und nicht unterdrückte Warnungen anzeigen lässt) auf einen Blick anzeigen.

Fazit: So gesehen braucht man ErrorSpy nicht wirklich, zumal memoQ durch seine Kompatibilität zu Trados 2007/2009, Wordfast und Transit so etwas wie der Softwarefelsen in der Brandung ist. Sicher mag es Fälle geben, in denen ErrorSpy dem QA-Assistenten von memoQ ebenbürtig oder überlegen ist. Es ist ohnehin immer gut, wenn es mehrere konkurrierende Produkte in einem Bereich gibt. Andernfalls hätte es im TEnT- bzw. CAT-Bereich in den letzten Jahren nicht die Entwicklung gegeben, die wir (auch und gerade beim vorgeblichen Marktführer) beobachten konnten. Von daher soll dies kein Kurzverriss von ErrorSpy sein, sondern es sollten die Möglichkeiten einer softwaregestützten Qualitätskontrolle aufgezeigt werden.

# · 7. November 2011, 21:03 · 389 Wörter
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