Back in town

Nach ziemlich genau einem Jahr Stillstand und Schweigen im Walde ein kleiner Ping, verbunden auch mit der Aussicht auf weiteres Leben auf diesem Server. Allerdings meist kürzere, schnellere Artikel und mehr Sach- als Lachgeschichten, heißt also mehr Textpattern, mehr Textkritik, mehr Übersetzung und ein bisserl Softwarekritik als Mix aus allem.

Soll nicht zum Schaden der verbliebenen beiden Leser sein.

11. Oktober 2009, 23:59 · Kommentar/e [4] · Kategorien & · Tags ,

Überschriften, die niemand verfasst

Kurzer Einwurf:

Mit dem Texten ist das ja so eine Sache, man kann es oder nicht. Wenigstens in der taz gab es früher mal recht humorige Überschriften, leider kann man diese Zeitung inhaltlich meist nur mit der Kneifzange anfassen. Naja.

Aber in den letzten Wochen habe ich zwei ansatzweise originelle Schlagzeilen wirklich vermisst.

Skandal – Telekom wirbt mit Pol Pots Vorstellungen

Okay, der da ist zu alt, als dass seine Eltern Anhänger des Fastnamensvetters sein könnten. Immerhin wissen wir jetzt, dass in jedem von uns ein Handyverkäufer steckt, gelle?

Die andere Schlagzeile (zum EM-Halbfinale) hätte gelautet:

Deutsche stoppen Türken kurz vor Wien.

War nicht. Schade.

21. Juli 2008, 11:11 · Kommentar/e [6] · Kategorien & · Tags , , , ,

Finger weg von Lebensmittelfotos.com und anderen...

In den letzten Wochen wurden Lebensmittelfotos.com oder andere Projekte als Schutz vor Abmahnungen angepriesen. Wie so häufig wird an den Symptomen, nicht an den Ursachen eines Problems herumgedoktort. Und leider viel zu selten wird vor den grundlegenden Gefahren dieser Seiten gewarnt. Ein paar Punkte zu den Gefahren auf Lebensmittelfotos.com.

Wo liegen denn die rechtlichen Probleme?

  • Fotos dürfen nur von angemeldeten Nutzern hochgeladen werden. Anmeldungen können beim besten Willen jedoch nicht auf Fakeaccounts kontrolliert werden. Jede beliebige Postadresse kann eingetragen werden. Eine Überprüfung über einen Anruf wäre denkbar, ließe sich aber schön umgehen: ich gebe entweder eine nicht rückverfolgbare Prepaid-Mobilrufnummer ein oder gar keine, oder mein Hausmädchen, mein Chauffeur oder meine Katze gehen an den Apparat und sagen “ja, ich wars und amen”. Rechtlich ist ein solcher Kontrollanruf ohnehin bedenklich und wäre juristisch kaum verwertbar. Das Postkartensystem à la Ebay ließe zwar sich immerhin automatisieren und wäre unterm Strich deutlich günstiger, lässt sich jedoch in vielen Wohnumfeldern leicht aushebeln. Eine Speicherung von IP-Adressen erlaubt nur einen Zugriff auf diejenigen, die nicht anonym surfen. Hohe kriminelle Energie ist in keinem der Beispiele vonnöten.
  • Bereits im Plusminus-Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass die Kniepertschen Kunstwerke auch mal über Umwege aus dem Ausland den Weg auf deutsche Webseiten gefunden hätten. Wenn der erste Nutzer von Lebensmittelfotos.com – sogar ein echter, realer Nutzer – “echt tolle” Fotos eines Bekannten herauflädt, sind alle Vorsichtsmaßnahmen zwecklos. Egal ob es Dummheit, Fahrlässigkeit oder Absicht war. Kann Lebensmittelfotos.com dieses Problem unterbinden? Und wer haftet dann? Bekommt man dann Post von Petereits Anwälten? Tolles Projekt… Für die Justiz haftet in diesem Fall vermutlich Lebensmittelfotos.com, egal, wer die Fotos eingestellt hat. Und damit ist dieses Projekt wohl dann tot.
  • Weitere Frage: Wer haftet, wenn urheberrechtlich geschützte Fotos aufgetaucht sein sollten und vor einer Löschung bereits weiter verbreitet werden? Auf andere Webseiten oder in Foren kopiert werden, am besten mit dem Hinweis, das sei ja nun public domain. Haften wird in den meisten Fällen der Nutzer und seine Folgekopierer. Tja, selber schuld. Und selber zahlen.
  • Ist die Urheberrechtserklärung bei der Anmeldung rechtlich einwandfrei? Unwahrscheinlich, sondern vermutlich ist diese nur kopiert. Dieses Vorgehen ist dilettantisch. Hier sollte mithilfe eines Anwalts nachgebessert werden.
  • Die begleitenden Texte grenzen an Körperverletzung. Klischee komm raus, Du bist umzingelt. Das hat nichts mit SEO zu tun, das ist nur peinlich. Kann man die Texte auch ausblenden? Wer über Google hierher findet, den werden die seltsamen Texte davon abhalten, hier Fotos zu kopieren.
  • Es fehlen klare, deutliche Hinweise auf der Startseite, was es mit Abmahnungen etc. pp. auf sich hat. Das Projekt scheint derzeit von Insidern für Insider gemacht zu sein. Unter dem Punkt Wichtiges gibt es viel Papier, aber keine substanzielle Erklärung. Den üblichen “Opfern” des Bilderklaus bleibt das Prinzip der Seite unverständlich.
  • Ebenso fehlt die Transparenz, wie sich die Seite trägt und finanziert, was mit Spenden geschieht etc.

Es geht nicht darum, sicherlich gut gemeinte Projekte schlechtzureden, sondern nur, aufzuzeigen, auf welch’ tönernen Füßen dieses Projekt steht und welche handwerklichen Fehler es begleiten. Wir sind mal so freundlich und sehen den Drahtzieher dieses Projekts als rechtlich ahnungslosen Altruisten (klick und klick mit rhythmischer Betonung des allerersten Satzes) und selbstverständlich nicht als profilneurotischen Marktschreier und Trigaminutte, wie es eine oberbayerische Lichtgestalt an anderer Stelle manchmal tut.
Natürlich: Ich bin kein Jurist, aber 1 plus 1 macht bei mir meist 2. Ist nun mal so, da kann ich nichts zu.

Grundsätzlich gilt: Kopieren ist strafbar. Bilder aus dem Internet sind kein Allgemeingut. Wenn ich mich über Contentklau aufrege, dann gezwungenermaßen auch über Bilderklau. Folkert Knieper mag unsympathisch sein und falsche, überzogene und verabscheuungswürdige Mittel wählen. In der Sache hat er allerdings grundsätzlich Recht. Deswegen bekommt er es ja auch.

Und was kann man dann tun?

Geholfen wäre vielen Nutzern eher mit Artikeln

  • wie man akzeptable Fotos macht.
  • wie man mit Urheberrecht umgeht.
  • dass selbst für Fotos von Flickr unterschiedliche Formen des Urheberrechts gelten (und diese Bilder ebenso geklaut sein könnten, das ist so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie bei Lebensmittelfotos.com). An Flickr kommen Abmahner nicht ran, an Euch schon.
  • dass man Bilder nicht aus der Googlesuche klaut. Punktum.
  • dass Wikimedia ein wasserdichteres Konzept hat.
  • dass man Fotos am besten selber macht. Oder sonst unter Umständen sehr viel Geld zahlen muss.

Achja: da der Urheber meine Aussagen gerne falsch versteht: Ich rufe natürlich keineswegs dazu auf, Fakeaccounts auf Lebensmittelfotos.com zu eröffnen oder dort urheberrechtlich problematische Fotos einzustellen.

28. Februar 2008, 10:56 · Kommentar/e [14] · Kategorien & · Tags , , , ,

Wort des Tages: Awarenessgier

Seltsamblogger unter sich.

Nachdem es die anderen Projekte nicht für erforderlich gehalten haben, Ihrerseits Backlinks zu LMF zu setzen, kann wohl auch nicht länger erwartet werden, dass wir denen von hier aus Relevanz zuweisen.

Hä? Wie krank ist das denn? In dubio pro Don, der die ganz und gar nicht selbstlose Motivation des Dieter Petereit anprangert, den er auch schon mal als Trackbackspammer beschimpft hat. Ob er das zu Recht gemacht hat, weiß ich natürlich nicht. Wenn ich mir hier die Screenshots der Blogroll ansehe, glaube ich es fast.

23. Februar 2008, 21:21 · Kommentar/e [13] · Kategorien & · Tags ,

5 Gründe, Textpattern zu nutzen...

…oder sogar mehr – “plus x” also.

Weil andere diese Frage stellen, sollten TXPler auch mal Flagge zeigen.

  • optisch sehr leicht und schnell anzupassen, und der leichte Zwang zum eigenen Theme fördert die Kreativität (fertig gebackene Themes gibt es auch hier)
  • viele einfach zu installierende Plug-Ins, mit meist versionsübergreifender Kompatibilität
  • CMS und Blog-CMS in einem
  • Textile rules
  • weniger dramatische Updates (weil weniger verbreitet) und weniger Versions-Wirrwarr.
  • schneller als Wordpress (gemeine Unterstellung, aber habe ich mal gelesen, irgendwo).

Wer da einmal in die einzelnen Ausführungen schaut, wird merken, dass die genannten Argumente meist auch für TXP gelten.

Machen wir ein Stöckchen draus? Machen wir ein Stöckchen draus. Für alle TXP-User/-innen, versteht sich.

Ich bin nicht der Erste mit dieser Idee… siehe auch Welovetxp.com.

22. Februar 2008, 16:04 · Kommentar/e [5] · Kategorien & · Tags , , , ,

Kommentar-Spammer

Noch eine nette Definition.

(…) jeder einzelne Kommentar-Spammer fühlt sich an wie ein ungebetener Gast auf einer privaten Party, der keinen kennt und den auch keiner kennen will, der sich aber trotzdem am Buffet bedient – und dann in die Ecke kackt.

Vernetzung in Zeiten von SEO – Notizblog

30. Januar 2008, 07:26 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , ,

Fünf Tipps für bodenständigen Blogerfolg

Kurze, ätzende Antwort auf einen weiteren unsäglichen Artikel (kulturtheoretisch könnte man die Hypothese aufstellen “mit den Listen kam die Dummheit”), vielleicht habe ich auch einfach die Ironie nicht verstanden.

1. Leben ohne Wordpress

Seltsamerweise wird Wordpress für ein sehr empfehlenswertes Blog-CMS gehalten, was vor dem Hintergrund des unübersichtlichen Backends, den relativ aufwändig anzupassenden Layouts und den fast hysterisch häufigen Sicherheitsfixes nur schwer nachzuvollziehen ist. Hinzu kommt der übliche ermüdende Effekt, wenn Standard-Templates benutzt werden (wohl immer noch Kubrick?) oder andere Templates nur unzureichend lokalisiert sind.
Selbst die Leute, denen das nüchterne, trackbacklose Textpattern nicht gefällt, sollten erst einmal andere CMS anschauen – hier oder dort.

2. Lieber wenig, aber gut schreiben

Es gibt viele Arten, gut zu schreiben – ich persönlich halte einen nüchternen, eher unprivaten, aber sarkastischen Schreibstil für angemessen. Es ist mir klar, dass dies nur eine Meinung von vielen ist. Allerdings sollte von Beginn an klar sein, dass man entweder was Wichtiges zu sagen hat (oder fest daran glaubt), oder doch besser die Klappe hält, zumindest, wenn man sich gewisse ethische und publizistische Ansprüche einbildet.
Wer nur Blabla liefert, sollte andere Wege der Abfallentsorgung wählen. Ebensowenig muss man jedes Meme mitmachen, kann es aber hier und dort durchaus tun. Dabei ist es wie zu Weihnachten durchaus möglich, profane oder private Inhalte ansprechend zu verpacken. Wer es braucht…

3. Keine Ads

Google- oder andere Ads sollten zumindest zu Beginn gar nicht oder äußerst sparsam eingesetzt werden. Ads stehen einer geschmackssicheren und umsichtigen Gestaltung meist hoffnungslos im Wege. Es ist erschreckend, wie viele Weblogs inzwischen an eine Litfasssäule erinnern und die Frage aufwerfen, ob es denn auch Content gäbe. Schließlich lässt man sich seine Visitenkarten auch nicht von Coca-Cola sponsern, oder?
Werbung für eigene Unternehmen oder Publikationen sind dagegen tolerierbar.

4. Kein Spookmarking

Wer das Gefühl hat, etwas Tolles oder Richtungsweisendes geschrieben zu haben und das unbedingt mitteilen muss, kann natürlich seine Seiten bei Mister Wong, del.icio.us und Co. ablegen. Beispielsweise ein Vergleich der beliebtesten Online-Officetools, ein stilistisch und formal gelungener Rant gegen Microsoft, die SPD oder Adical bzw. etwas ähnliches – wer so etwas wirklich gut verfasst, dessen Beitrag landet ohnehin auf einigen SB sites… Wer meint, jeden seiner Ergüsse abspeichern zu müssen, ist ein stinkender Möchtegern-SEO.
Ebensowenig braucht man eine Batterie von Icons unter seinen Artikeln. Wer social bookmarks nutzt, verfügt im Normalfall über ein Bookmarklet oder eine Toolbar, anstatt auf ein Icon unter zehn, zwanzig oder mehr zu klicken.

5. Kontrolle behalten

“Kontrolle behalten” heißt, keine externen Skripte einzubinden. Schließlich soll sich der Seitenaufbau nicht sekundenlang verzögern, weil der Server, auf dem das Skript XY liegt, schlichtweg überlastet ist. Viele Elemente lassen sich auch mit serverseitigen Lösungen wie zum Beispiel Magpie und dessen Derivaten einbauen.
Stattdessen sollte man sich fragen, wie viele (externe) Badges, Listen o.ä. man eigentlich braucht. Manchmal ist weniger mehr.
Ebenso empfiehlt es sich, auf die Dienste von Feedburner zu verzichten, es sei denn, man steht auf eher mickymausartige Statistiken mit wirklich nur begrenztem Aussagewert.

Just my 2 cents in 5 minutes.

Disclaimer:
Ich behaupte natürlich keineswegs, immer alles richtig zu machen oder gemacht zu haben, eher im Gegenteil.

5. Januar 2008, 15:19 · Kommentar/e [6] · Kategorien & · Tags , , ,


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