Alles außer Paypal
Ich bin von gut informierter Seite darauf aufmerksam gemacht worden, dass Paypal böse ist. Viele Leute haben abseits der ärgerlichen Gebühren weitere schlimme Erfahrungen machen müssen, vor allem bei diesem Auktionshaus mit den bunten Buchstaben (Zauberwort Käuferschutz). Mich stören an Paypal (auf das ich aber wegen einiger Kunden aus Nicht-EU-Ländern leider nicht verzichten kann) folgende Punkte:
- hohe Gebühren ohne etwaige Rabattstaffelung bei sehr hohen Beträgen (> EUR 1000). Bei EUR 2000 zahle ich mehr als EUR 60 an Gebühren. Für einen simplen Geldtransfer eine ganze Menge Holz.
- wörtlich zu nehmender grottenschlechter Wechselkurs USD > EUR und GBP > EUR neben einer Wechselgebühr. Das erinnert unangenehm an viertklassige, mediterrane und schmierige Wechselstuben, als es den Euro noch nicht gab. Damals konnte man allerdings auch meist die nächste, vertrauenserweckendere Stube aufsuchen…
Das bedeutet einerseits, bei der Angebotskalkulation einen entsprechenden Aufschlag einzurechnen. Andererseits haben auch andere Firmen zuverlässige Services – daher gebe ich hier einen Hinweis auf Moneybookers, einen Service, mit dem ich bislang wenige, aber gute Erfahrungen gemacht habe. Dieser Dienstleister erhebt zwar vom Sender eine Gebühr, diese beträgt aber maximal EUR 0,50 (!), und pro Überweisung auf das eigene Bankkonto (übrigens schneller als bei Paypal) ein Fixum von EUR 1,80. Für Kleinbeträge nicht geeignet, wohl aber für alles, was EUR 100 überschreitet.
Wäre schön, wenn mehr Kunden Moneybookers akzeptieren würden.
Powerpoint mit Schoki
Präsentationen erfolgreich zu gestalten – solche Ratgeber füllen ja inzwischen Bücherregale und Kolonnen von Blogeinträgen – auch hier war das mal Thema – dort, da und latent hier.
Witzig ist der Tipp mit der Schoki.
I have an assortment of candy ready. I give a chocolate bar to the first person who answers a question. It’s amazing how responsive the rest of the group gets when there is chocolate at stake.
Aber nicht beim Discounter einkaufen, das fällt auf den Eindruck zurück.
Gefunden da via imgriff.com.
across
Wer schenkt einem Freiberufler 330 MB Software, die im Normalfall EUR 490,- kostet? Die across Systems GmbH aus Karlsbad macht das (seit 2005). Ein komplettes Übersetzungstool, das von registrierten Freiberuflern kostenlos genutzt werden kann. Das Tool arbeitet mit einer (im Installationspaket enthaltenen) Microsoft SQL-Datenbank.
Auf der across-Homepage finden sich Unmengen an Whitepapers, Hilfen und Dokumenten, die wochenlangen Lesegenuss bieten können. Das Programm hat stolze Mindestanforderungen (u.a. 512 MB Arbeitsspeicher) an das System und besteht aus mehreren Modulen (Oberfläche crossDesk, crossTerm – Terminologie-DB, crossTank – Translation Memory oder den crossGoodies, Tools dritter Parteien z. B. zum Schreiben der Rechnung, Backup und Restore).
Alle Übersetzungen sind projektbasiert und werden durch Assistenten vorbereitet und kompiliert. Workflows werden beim Anlegen eines Projekts gewählt (und lassen sich leider nachträglich nicht mehr abändern). Neben Office-Dateien können Adobe InDesign (inx), QuarkXPress (xtg) und viele andere Formate verarbeitet werden.
So weit, so gut. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Funktionen aufzuzählen, das lässt sich ja auch prima nachlesen. Daher fangen wir mal mit den kleinen und großen Nachteilen an.
- Das Programm ist langsam. Richtig, richtig langsam. Das grenzt wirklich schon an Körperverletzung. Die getestete Version 3.5 SP2 soll angeblich schon sehr viel schneller sein als frühere Versionen, aber dann bin ich heilfroh, nie die ältere Versionen kennen gelernt zu haben. Problematisch sind zum Beispiel das Speichern nach Fertigstellen eines Abschnitts, oder das Hinzufügen eines Begriffs im Rechtschreibmodus – angestrichen werden leider auch so “exotische” Wörter wie z. B. “diese”. Der Arbeitsablauf Übersetzen – 30 Sekunden warten – Übersetzen etc. ist nicht wirklich effektiv, geschweige denn produktiv. Nennen wir es ein K.O.-Kriterium. Böse Zungen werden jetzt behaupten, es läge an der Microsoft SQL-Datenbank.
- Bevor nun jemand meint, über meine Testumgebung zu lästern, der sei darauf hingewiesen, dass andere CAT-Tools auf dem selben Rechner weit schneller sind.
- Potenziert wird das Problem durch die mangelhafte Segmentierung. So werden Word-Dateien absatzweise (und nicht satzweise) segmentiert – dank des phlegmatischen Speicherns dauert das Bearbeiten entsprechend…
- Der letzte Punkt führt auch zu viel Gefrickel bei unterschiedlich formatierten Sätzen. Als Formate sind die im Quelltext vorhandenen Formate verfügbar.
- crossTerm frisst anscheinend gerne Begriffe mit einem Apostroph. So wird z. B. kein “appel d’offres” erkannt.
- crossTerm zeigt aber dagegen fröhlich doppelte Treffer an. Also neben der Übersetzung für “assessment” zum Beispiel auch die Übersetzung von “assess”. Andere Tools sind da intelligenter.
- across kann keine Trados-Dateien (präsegmentiert, itd, ttx, Termbase) “richtig” verarbeiten. Bei Terminologie-DBs ist ärgerlich, dass man dem Absender der DB zunänchst erklären muss, wie er denn bitte seine DB zu exportieren hat. Wer macht so etwas?
- Es gibt keine Community. Keine Mailinglisten. Keine Foren. Bei anderen Tools gibt es deutlich mehr usergenerierte Informationen im Netz. Bedauerlicherweise konzentriert sich across auf Firmenkunden – klar, die bezahlen ja auch weiterhin, aber ohne Fußvolk (vulgo: Übersetzer mit across) werden diese Firmen nicht zu across wechseln.
- Workflows lassen sich in der FL-Version nicht definieren.
Positive Punkte haben wir auch:
- die projektbasierte Konzeption überzeugt
- das Tool Termextraktion und -übersetzung (in einem Workflow enthalten) ist außerordentlich empfehlenswert
- das Qualitätsmanagement (Rechtschreibung, Formatierung etc.pp.) ist komplett im Paket enthalten.
- Es lassen sich eine Menge Berichte verschiedener Art erstellen. Als kleiner Freiberufler braucht man das nicht, aber als Agentur u.U. schon.
- crossTerm und crossTank bieten viele Möglichkeiten zum Export und Import (bis auf, naja, siehe oben).
- Die grundsätzliche Idee (Einloggen mit der FL-Version auf dem Server der Agentur) ist verlockend und eigentlich recht sinnvoll.
Zusammengefasst eignet sich across in der Einzelplatzversion für
- Übersetzer, die es gern einfach haben – viel Klickibunti mit geringem technischen Anspruch an den Endnutzer und kein spartanisches Herumgeporkel wie bei OmegaT.
- bei kleinen Dokumenten und/oder kurzen Segmenten fällt die Geschwindigkeit nicht so schrecklich ins Gewicht
- Produktivität hin, Geld her – viele Anfänger freuen sich über das Riesenpaket kostenfreier Software, das ja immerhin eine ganze Reihe Funktionen bietet – nur richtig professionell (heißt vor allem Kompatibilität zu anderen CAT-Tools, v.a. Trados) ist es halt nicht…
- immerhin, wer später meint, ein richtiges Tool muss her, freut sich darüber, dass across keine Einbahnstraße ist, sondern sich die TMs und Terminologie-DBs aus across problemlos exportieren und anderweitig importieren lassen.
- Firmen mögen an der engen Vernetzung mit bzw. Anbindung von Übersetzern sehr interessiert sein. Nur ob da die Übersetzer wirklich mitmachen…?
Petit Robert auf CD?
Und heute hat mich ein Weblog-Eintrag vor einem Fehlkauf bewahrt. Zur Geschwindigkeit kann ich nichts sagen, aber die Lizenzpolitik erinnert mich an irgendein zweitklassiges Lexikon, das nach dem Wort Nummer X auf Seite Y der Druckausgabe fragte, um mit dem Programm arbeiten zu dürfen. Spaßig, wirklich. Und das war vor sieben Jahren.
Die spinnen, die Gallier.
Via Weltmacht
CAT-Tools im Vergleich
Aus beruflichen Gründen setze ich mich derzeit verstärkt mit CAT-Tools auseinander. CAT steht für Computer-Aided Translation. Die Bandbreite der Funktionen dieser Werkzeuge ist auch für Außenstehende sehr erstaunlich.
Zu den Faktoren, mit denen ich mich jeweils beschäftigen werde, gehören:
- Systemvoraussetzungen und Installation
- Programmoberfläche
- Workflow und Projektmanagement
- Möglichkeiten der Termextraktion
- Translation Memories
- Kompatibiltät mit anderen Tools
- Preis und Verbreitung
Die Programme und Hilfsmittel, zu denen ich etwas schreiben werde, sind u.a. OmegaT, across, SDLX und Trados, MemoQ, Heartsome und Metatexis (bitte keine Hinweise auf Wordfast, das mag ich nicht). Die Artikel werden sich unter dem Tag cat-tools finden und sind natürlich recht subjektiv – wer es nüchterner und langweiliger mag, solle dort nachlesen (auf jeden Fall ein lesenswerter Bericht).
Übersetzen als Beruf(ung)
Wer schon immer das Bedürfnis verspürt hat, sich über den Beruf des Übersetzers als Freelancer kundig zu machen, möge dies mit der Flickr-Slideshow translation as vocation tun.
Die Präsentation enthält neben einigen Selbstverständlichkeiten wertvolle Hinweise zum entsprechenden Berufsfeld – schließlich sind wirklich gute Übersetzer (schamlose Eigenwerbung) selten.
Via Hacklog.
Wikis in Unternehmen...
...sollten ja eigentlich eine Erfolgsgeschichte sein. Dabei darf man nicht vergessen, dass es eine Vielzahl von Faktoren gibt, die in solches Projekt zum Scheitern bringen können. Zum Beispiel
- demotivierte Mitarbeiter und/oder fehlende Anreize
- mangelnde Schulung (fachliche Koryphäen, die gerade mal ihr Outlook öffnen können, werden sich nicht automatisch für Wiki-Syntax begeistern) oder schlechte Konfiguration (es gibt ja auch WYSIWYG)
- sperrige Admins, deren Sicht der Dinge keinen Raum für ein Wiki lässt (”...nicht noch ein System…”), anstatt zu versuchen, das Wiki in den restlichen IT-Workflow zu integrieren (Stichwort APIs)
- klare Spielregeln (keine pseudo-anonymen Schmierereien etc.) bzw. eine entsprechende Konfiguration
Man könnte Bücher darüber schreiben. Jochen Robes weist im Weiterbildungsblog auf diese Seite hin, die natürlich nicht alle, aber zumindest einige prominente Beispiele für Unternehmen auflistet, die Wikis im Informationsmanagement einsetzen.
Außerdem erwähnt er noch eine Erfolgsstory bei brand eins, welche einige der Sonnen- und Schattenseiten der Businesswikis offen legt.
roxomatic