Lifestream anybody?
Die Mädels von construktiv haben mir eine Einladung zu lifestream.fm nebst Lkw-Ladungen an Einladungscodes zukommen lassen.
Also bitte hier oder dort melden.
Bester Aprilscherz der Welt
Weil hier momentan aus beruflichen Gründen wenig läuft… mit ein paar Tagen Verspätung der beste Aprilscherz der Welt.
Finger weg von Lebensmittelfotos.com und anderen...
In den letzten Wochen wurden Lebensmittelfotos.com oder andere Projekte als Schutz vor Abmahnungen angepriesen. Wie so häufig wird an den Symptomen, nicht an den Ursachen eines Problems herumgedoktort. Und leider viel zu selten wird vor den grundlegenden Gefahren dieser Seiten gewarnt. Ein paar Punkte zu den Gefahren auf Lebensmittelfotos.com.
Wo liegen denn die rechtlichen Probleme?
- Fotos dürfen nur von angemeldeten Nutzern hochgeladen werden. Anmeldungen können beim besten Willen jedoch nicht auf Fakeaccounts kontrolliert werden. Jede beliebige Postadresse kann eingetragen werden. Eine Überprüfung über einen Anruf wäre denkbar, ließe sich aber schön umgehen: ich gebe entweder eine nicht rückverfolgbare Prepaid-Mobilrufnummer ein oder gar keine, oder mein Hausmädchen, mein Chauffeur oder meine Katze gehen an den Apparat und sagen “ja, ich wars und amen”. Rechtlich ist ein solcher Kontrollanruf ohnehin bedenklich und wäre juristisch kaum verwertbar. Das Postkartensystem à la Ebay ließe zwar sich immerhin automatisieren und wäre unterm Strich deutlich günstiger, lässt sich jedoch in vielen Wohnumfeldern leicht aushebeln. Eine Speicherung von IP-Adressen erlaubt nur einen Zugriff auf diejenigen, die nicht anonym surfen. Hohe kriminelle Energie ist in keinem der Beispiele vonnöten.
- Bereits im Plusminus-Beitrag wurde darauf hingewiesen, dass die Kniepertschen Kunstwerke auch mal über Umwege aus dem Ausland den Weg auf deutsche Webseiten gefunden hätten. Wenn der erste Nutzer von Lebensmittelfotos.com – sogar ein echter, realer Nutzer – “echt tolle” Fotos eines Bekannten herauflädt, sind alle Vorsichtsmaßnahmen zwecklos. Egal ob es Dummheit, Fahrlässigkeit oder Absicht war. Kann Lebensmittelfotos.com dieses Problem unterbinden? Und wer haftet dann? Bekommt man dann Post von Petereits Anwälten? Tolles Projekt… Für die Justiz haftet in diesem Fall vermutlich Lebensmittelfotos.com, egal, wer die Fotos eingestellt hat. Und damit ist dieses Projekt wohl dann tot.
- Weitere Frage: Wer haftet, wenn urheberrechtlich geschützte Fotos aufgetaucht sein sollten und vor einer Löschung bereits weiter verbreitet werden? Auf andere Webseiten oder in Foren kopiert werden, am besten mit dem Hinweis, das sei ja nun public domain. Haften wird in den meisten Fällen der Nutzer und seine Folgekopierer. Tja, selber schuld. Und selber zahlen.
- Ist die Urheberrechtserklärung bei der Anmeldung rechtlich einwandfrei? Unwahrscheinlich, sondern vermutlich ist diese nur kopiert. Dieses Vorgehen ist dilettantisch. Hier sollte mithilfe eines Anwalts nachgebessert werden.
- Die begleitenden Texte grenzen an Körperverletzung. Klischee komm raus, Du bist umzingelt. Das hat nichts mit SEO zu tun, das ist nur peinlich. Kann man die Texte auch ausblenden? Wer über Google hierher findet, den werden die seltsamen Texte davon abhalten, hier Fotos zu kopieren.
- Es fehlen klare, deutliche Hinweise auf der Startseite, was es mit Abmahnungen etc. pp. auf sich hat. Das Projekt scheint derzeit von Insidern für Insider gemacht zu sein. Unter dem Punkt Wichtiges gibt es viel Papier, aber keine substanzielle Erklärung. Den üblichen “Opfern” des Bilderklaus bleibt das Prinzip der Seite unverständlich.
- Ebenso fehlt die Transparenz, wie sich die Seite trägt und finanziert, was mit Spenden geschieht etc.
Es geht nicht darum, sicherlich gut gemeinte Projekte schlechtzureden, sondern nur, aufzuzeigen, auf welch’ tönernen Füßen dieses Projekt steht und welche handwerklichen Fehler es begleiten. Wir sind mal so freundlich und sehen den Drahtzieher dieses Projekts als rechtlich ahnungslosen Altruisten (klick und klick mit rhythmischer Betonung des allerersten Satzes) und selbstverständlich nicht als profilneurotischen Marktschreier und Trigaminutte, wie es eine oberbayerische Lichtgestalt an anderer Stelle manchmal tut.
Natürlich: Ich bin kein Jurist, aber 1 plus 1 macht bei mir meist 2. Ist nun mal so, da kann ich nichts zu.
Grundsätzlich gilt: Kopieren ist strafbar. Bilder aus dem Internet sind kein Allgemeingut. Wenn ich mich über Contentklau aufrege, dann gezwungenermaßen auch über Bilderklau. Folkert Knieper mag unsympathisch sein und falsche, überzogene und verabscheuungswürdige Mittel wählen. In der Sache hat er allerdings grundsätzlich Recht. Deswegen bekommt er es ja auch.
Und was kann man dann tun?
Geholfen wäre vielen Nutzern eher mit Artikeln
- wie man akzeptable Fotos macht.
- wie man mit Urheberrecht umgeht.
- dass selbst für Fotos von Flickr unterschiedliche Formen des Urheberrechts gelten (und diese Bilder ebenso geklaut sein könnten, das ist so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie bei Lebensmittelfotos.com). An Flickr kommen Abmahner nicht ran, an Euch schon.
- dass man Bilder nicht aus der Googlesuche klaut. Punktum.
- dass Wikimedia ein wasserdichteres Konzept hat.
- dass man Fotos am besten selber macht. Oder sonst unter Umständen sehr viel Geld zahlen muss.
Achja: da der Urheber meine Aussagen gerne falsch versteht: Ich rufe natürlich keineswegs dazu auf, Fakeaccounts auf Lebensmittelfotos.com zu eröffnen oder dort urheberrechtlich problematische Fotos einzustellen.
Im Westen nichts Neues
Langweilig. Da wurde jetzt korrigiert und es steht da jetzt
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, schrieb einen Brief an den Bochumer Nokia-Betriebsrat und nannte die Schließungspläne “einen Schlag ins Gesicht”.
Na, was fehlt?
Beck ist hessischer Ministerpräsident
Wird ja viel geschrieben über dieses Portal Der Westen, in das scheinbar viel Geld gepumpt wurde und das nicht funktioniert. Kein Wunder, immerhin darf da auch (mindestens) geschlagene 17 Stunden gleich zweimal stehen, dass Kurt Beck hessischer Ministerpräsident ist. Peinlich.
Wunschgedanke oder Horrorvorstellung?
Zumindest ein empfindlicher Beweis entweder für schlampige Arbeit oder für einen Bildungsstand der dortigen Praktikanten (das wird doch kein Redakteur verfasst haben, oder?). Die Quizfrage, wer denn nun Bundeskanzler ist (Merkel? Schröder? Wowereit?), spare ich mir dann mal.
Wenn das Roland Koch erfährt…
(Via yauh, über Bande quasi)
Nachtrag: Ping.
Gute Namen, schlechte Namen reloaded
So etwas hatten wir schon einmal, in diesem Falle eine Spur humoriger, zudem im Web 2.0.
Der Ansatz an sich ist recht logisch und nett, allerdings tummeln sich dort vor allem Fleischwaren und Kopien insbesondere illegaler Art. Ein soziologisches Studienmodell menschlicher Interessen quasi.
Man hat also nichts verpasst, aber das sei nur am Rande bemerkt.
Wie heißt es so schön? Erst denken, dann Namen wählen.
Via yauh.
Sechs gewichtige Argumente für diigo
Ich muss gestehen, schon in der closed Beta vor zwei Jahren von diigo gehört zu haben, es aber nie einem umfangreichen Test unterworfen zu haben. Neben den vielen, vielen Selbstverständlichkeiten habe (nicht nur) ich folgende Nettigkeiten gefunden:
- alle Lesezeichen können zugleich bei Furl, Spurl, del.icio.us, Simpy, Netvouz, Blinklist, Ma.gnolia, Connotea, Yahoo MyWeb 2.0 und Shadows (nutzt das überhaupt noch jemand?) abgelegt werden. Sehr, sehr social, indeed. Ein wirkliches Killerfeature.
- sehr effektive Gruppenverwaltung mit leichtem Hinzufügen bestehender Lesezeichen in eine Gruppe und umfangreicher Mitgliederverwaltung (Benutzer sperren, Rechte zuweisen etc.)
- neben einer Gruppenfunktionj gibt es auch persönliche Listen für die Lonesome Cowboys
- zu jeder Seite lässt sich eine About-Seite inklusive SRL mit History, Popularität, Tags etc.pp. aufrufen
- Hinzufügen von Markierungen und öffentlichen oder privaten Notizen auf (nicht zu) einer Seite
- umfangreiche Suchfunktion (neun verschiedene, leicht verfügbare Suchparameter unter advanced, wo gibt es das sonst?)
Gut, diigo kann nicht alles und hat auch zwei wesentliche Nachteile – ein gefühlt langsamer Server (gilt allerdings nicht für die Toolbar), die Netzwerkfunktionen sind arg bescheiden und man wird nicht darauf hingewiesen, wenn man eine Seite erneut speichert. Die Punkte sind zumindest verschmerzbar, wenn man gleichzeitig anderweitig Netzwerke gespannt hat.
Hier zeigt ein kleiner Anbieter den Großen, was an sinnvollen Spielereien möglich ist. Im Hinblick auf den gebotenen Funktionsumfang ist diigo wirklich Premium.
roxomatic