Zweieinhalb Tipps zur Produktivität...
…mit dem XP-Rechner, gefunden in erster Linie dort.
- Wer zum Deinstallieren immer noch die Windows-Systemsteuerung benutzt, sollte sich vielleicht mal Safarp anschauen, das eben diese Funktion systemweit übernimmt, aber weit, weit schneller ist (via T&B).
- Ähnliches gilt für die Ersetzung des Windows Explorers. Hier böte sich FreeCommander an (via T&B), das zwar sehr schnell ist, aber auch etwas spartanisch im Vergleich zum…
- …liebgewonnenen UltraExplorer, auf den ich vor Wochen hier hingewiesen wurde.
MemoQ
Bei Ungarn denken die meisten von uns an Gulasch, Puszta und Piroschka. Zumindest Übersetzern sollte bei diesem Stichwort einfallen, dass von dort eine CAT-Software kommt, die es im Funktionsumfang und Leistungsfähigkeit mit den Big Playern wie Trados und Déjà Vu aufnehmen kann: MemoQ, entwickelt vom kleinen, aber feinen Unternehmen Kilgray.
MemoQ erinnert mit seiner Oberfläche ein wenig an Déjà Vu und SDLX, ist aber eine Entwicklung mit eigenständiger Konzeption. Die Chefentwickler – Balázs Kis, István Lengyel und Gabór L. Ugray – legen großen Wert auf die Möglichkeit, MemoQ auch serverunterstützt zu betreiben. Dadurch ist MemoQ für Agenturen eine attraktive Alternative zu den bestehenden Lösungen. Ich habe mir die Freelancer-Version angeschaut.
Was kann MemoQ?
- Bearbeiten von folgenden Formaten: Office (doc, ppt, xls), InDesign (INX), Framemaker (MIF), HTML, XML, Textdateien sowie präsegmentierte ttx- bzw. zweisprachige RTF-Dateien (hinzu kommen einige andere, seltenere Formate).
- Alignment: Erfassung eines Quell- und Zieldokuments in eine Translation Memory (kurz TM).
- Umfassendes Termbase- und TM-Management, Einlesen von CSV und TMX-Dateien möglich, Benutzen mehrerer Termbases oder TMs möglich.
- umfassend konfigurierbare Statistik-Funktionen nach Art von MemoQ und im Trados-Stil (der Unterschied wird in der Hilfe erklärt)
- MemoQ soll auf Intel-Macs und auf allen Os mit allen Arten von Virtual Machines laufen (da NET 2.0 benötigt wird, bin ich für Linux aber ein wenig skeptisch) – beides habe ich nicht getestet.
Wodurch hebt sich MemoQ von anderen Lösungen ab?
Für die Macher von MemoQ sind einzelne Übersetzer und die Gemeinschaft besonders wichtig. Das bemerkt man an
- einer ausführlichen Programmbeschreibung und FAQ bei Wikibooks (sicherlich noch ausbaufähig, bereits jetzt einschließlich einer Wishlist).
- einer Yahoo-Mailingliste, an der die Entwickler sehr aktiv teilnehmen, sich jedes Problems annehmen und auch umgehend Lösungen präsentieren.
- Entwicklungstempo und -qualität gerade im Vorfeld der just präsentierten Version 2.2 sind äußerst beeindruckend.
Daneben gefallen folgende Punkte
- weitgehende Einstellungen u.a. für Filter, Segmentierung und Autotranslatables möglich.
- alle Tastaturkürzel können angepasst werden.
- parametrisierte oder individuelle Einstellung und Anpassung der Exportverzeichnisse möglich.
- sehr intuitiv gestaltete Oberfläche, Unterstützung des üblichen Workflows beim Anlegen von Projekten
- Anzeige des prozentualen Fortschritts – projekt- und dokumentbezogen (nach Segmenten)
- gleichzeitiges Öffnen mehrerer Dokumente möglich (Anordnung mit Reitern)
- Semi-WYSIWYG-Oberfläche, das heißt, es gibt die Möglichkeit, fetten, kursiven oder unterstrichenen Text sofort im Programm zu erkennen und/oder zu erstellen.
- Sortieren und Filtern der Übersetzungseinheiten (Quell- oder Zieltext von A-Z, nach Länge oder Begriffen) – das ist eine geniale Funktion, die mit Version 2.2 eingeführt wurde (dieses Feature gibt es auch in DVX). Funktioniert auch dokumentübergreifend (sogenannte Views).
- MemoQ ist vergleichsweise schnell (nach Aussagen Dritter auf der Liste v.a. beim Import von TMs).
- Kontextsensitive Matches. Das heißt, es gibt 100%-Matches, wenn die Quellsegmente gleich sind, und 101%-Matches, wenn nicht nur die Quellsegmente, sondern auch ein benachbartes Quellsegment gleich sind. Mathematisch betrachtet ist das Schwachsinn, aber Übersetzer sind ja keine Mathematiker und irgendwie muss man ja die beiden Fälle auseinander halten. Auf jeden Fall ist das eine nerven- und zeitschonende Funktion.
- der Preis ist schlichtweg attraktiv. Man bekommt MemoQ entweder in der Version 2.0 als Postcardware und bekommt die nächsthöhere Version 2.1 für 99 Euro. Oder man investiert 399 Euro und erhält sein Leben lang Upgrades. Ein Schnäppchen geradezu und eine Aufforderung an überzeugte DVX- oder Trados-Nutzer, sich evtl. ein Zweit-CAT zuzulegen. Wem dieser Preis hoch erscheint, sollte sich die Preise für andere CAT-Tools anschauen, vor allem die Preise für jährliche Updates. Wäre ich ein böser, lästerhafter Mensch, würde ich behaupten, dass MemoQ die erste professionelle CAT-Lösung ist, die sich auch Literaturübersetzer (der ich nicht bin…) leisten können.
- die voll funktionsfähige Demoversion hat eine Laufzeit von 90 Tagen – hier ist man der Konkurrenz deutlich voraus (meines Wissens bietet nur Metatexis 60 Tage, alle anderen Anbieter 30 Tage). Danach läuft eine freie Version weiter, die aber nur ein Dokument mit einer TM zulässt – für sehr kleine Übersetzungen immer noch ein gangbarer Weg.
Was fehlt?
Schwierige Frage, das ist nämlich abhängig davon, welches Programm man bis dato benutzt hat.
- Etwas mehr Projektmanagement wie bei across wäre hilfreich für Leute, die sich einbilden, multitaskingfähig zu sein (z. B. Kalender- und Notizfunktionen)… die Lösung für Agenturen soll dahingehend etwas bieten.
- leichterer Umgang mit Tags in ttx-Dateien (soll mit Version 2.3 kommen)
- ähnlich schwierig ist der (in meinem Falle seltene) Umgang mit äußerst stark formatierten Texten, vor allem, wenn Tags umgestellt werden müssen (für richtiges Layout gibt es ja auch eigentlich Adobe InDesign (inx) und Framemaker (mif), das MemoQ ebenfalls bearbeiten kann).
- deutsche Lokalisierung und Auto-Update-Funktion (kommt beides mit der aktuellen Version 2.2)
- ein wunder Punkt ist die von Microsoft Word in MemoQ eingebundene Rechtschreibprüfung, die arg langsam ist. Den Entwicklern ist das Problem bekannt und eine Lösung ist anvisiert.
- Unterstützung für StarOffice/OpenOffice (dafür gibt es bislang nur ein umständliches Workaround)
- Die Installationsroutine muss zuerst entzippt werden (wie bei DVX). Kein Problem für 99% aller Nutzer, grundsätzlich, diese Anforderung könnte aber gerade bei Übersetzern einen großen Teil der Zielgruppe überfordern (kleiner Scherz auf Kosten der Übersetzer).
Für wen ist dieses Tool geeignet?
- Anfänger, die sich nicht oder nicht sofort mit der Preispolitik anderer Anbieter auseinander setzen mögen
- Anwender, die häufiger schnellen und effizienten Support brauchen (die Mailingliste ist in Englisch – einer der beiden Chefentwickler spricht aber hervorragend Deutsch…) – Mailinglisten gibt es natürlich auch für einige andere Tools….
- Fortgeschrittene, die ein weitestgehend flexibles, schnelles CAT-Tool als Ersatz oder in Ergänzung des bisher verwendeten Werkzeugs benutzen wollen, oder denen o.g. Preispolitik langfristig auf den Magen schlägt…
Einiges an MemoQ ist verbesserungswürdig, betrachtet man jedoch – wie bereits erwähnt – den intensiven Dialog der Entwickler mit den Anwendern und die Entwicklungsgeschwindigkeit, kann man diesbezüglich ausgesprochen zuversichtlich sein. Betrachtet man die bislang geringe Resonanz im deutschsprachigen Raum – legt man insbesondere Dr. Google zugrunde – lässt sich MemoQ hierzulande durchaus noch als Geheimtipp bezeichnen. Für meinen Teil kann ich sagen, dass ich MemoQ erwerben und auch in Zukunft einsetzen werde.
Nachtrag: Mehr zu CAT-Tools gibt es hier.
König der Sonderzeichen
Wer unter Windows mehr Kontrolle über Sonderzeichen wie meine heißgeliebten ç oder ñ haben möchte, das in allen Programmen, mit niedrigem Konfigurationsaufwand und bitteschön wenig Systemressourcen, der möge einen Blick auf AllChars werfen.
Das Programm ist zwar schon älter, arbeitet aber in der Version 3.6.3 auch unter XP und angeblich auch Vista. Und neben Sonderzeichen lassen sich auch Makros programmieren. Betriebssystemweit, versteht sich. Und es ist Open source, seit kurzem.
Windows Vista...
...beschert uns den Satz des Tages.
Es ist mehr ein kühl-kalter Neonschick, wie man ihn allenfalls in defizitären Ostblockbordellen vermutet.
Windows XP für 8 Euro
Die Diskussion um Open Source geht mit dem Umstieg des indischen Bundesstaats Tamil Nadu in eine weitere Runde. Interessant ist der Preis, der seitens des Verantwortlichen genannt worden sein soll.
Um mit den Open Source-Kosten mithalten zu können, wollte er den Preis auf 500 Rupien (ca. 8,30 Euro) drücken, worauf sich Microsoft jedoch nicht eingelassen habe.
Für dieses Geld, umgerechnet auf die notwendigen Lizenzen, werden in Südindien nun (zeitlich befristet) 500 Trainer angestellt.
MS hat rund EUR 116 pro Lizenz gefordert – für ein Produkt, das sehr bald abgelöst sein wird. Auf jeden Fall waren sie nicht imstande, wirklich gut zu verhandeln.
Mehr Informationen hier .
Citavi 2.1
Die Literaturverwaltung Citavi gibt es jetzt in der Version 2.1. Neu ist u.a. der sogenannte Publikationsassistent (den es z. B. bei Bibliographix schon länger gab).
Mit Hilfe des Publikationsassistenten fügen Sie in Word- oder OpenOffice-Dokumente Platzhalter für Titelnachweise und Zitatbelege ein. Nachdem Sie die inhaltliche Arbeit an Ihrem Manuskript abgeschlossen haben, formatiert Citavi die Kurznachweise im Text und in den Fußnoten und erzeugt automatisch das Literaturverzeichnis im gewünschten Stil.
Zum Testen vorgemerkt.
[Hinweis durch Peter Meurer, per Mail]
Demokratisch suchen mit Kratia
The idea is simple: to make a democratic search engine, in which the order of the results are democratically elected by the users.
By voting in the results, thus giving us feedback about the ones you like and don’t like, we can maintain a better listing and get rid of those spam-filled, illegal, and poor quality websites.
This the power of democracy.
Ob _das_funktioniert? Skepsis ist angebracht (siehe auch bei Richard Joerges). Kratia präsentiert derzeit übrigens Ergebnisse von MSN.
[via emilychang.com]
roxomatic

