Karl Marx: Franz muss bleiben!
Es wird niemand bestreiten mögen, dass es im politischen Theater der letzten Wochen eine arg schlechte Regie gegeben hat. Besonders augenfällig war die miserable Inszenierung bei der deutschen Sozialdemokratie, deren Vorsitzender nicht mehr mag, weil in der Partei Demokratie praktiziert wird. Zugegeben, auch mir wäre es lieber gewesen, ein intellektuell höchst hybrides Wesen wie Frau Nahles nicht jeden zweiten Abend in der Tagesschau sehen zu müssen. Naja, so eine Geisteshaltung nennt man denn wohl sozialdemokratisches Wesen, der Herr T. hat es ein bisserl schöner gesagt..
Momentan werden schwere Geschütze aufgefahren, sogar eine Internetseite, auf der man unterschreiben darf. Karl Marx hat es auch getan (»Die SPD braucht einen Vorsitzenden, welcher der werktätigen Bevölkerung klar aufzeigt, was die SPD eben nicht tut.«). Ob die Torfköpfe das merken?
Sie haben es gemerkt. Den kompletten Schnappschuss gibt es hier.
Plakativ dämlich
Es war ja abzusehen, dass eine Partei sich mal wieder zum Affen macht und besonders inhaltsleere Plakate präsentiert. Diesmal die Linke. Oder Linkspartei, oder wie sie sich gerade auch nennen mag.Gut, dieses Motiv ist bereits in der Berliner Zeitung [via jenesaisplusquelblog] gewürdigt und interpretiert worden (man nennt es auch Exegese).
Mir fiel spontan dazu nur ein Grégoire le fataliste et son maître. Darüber können – wenn überhaupt – nur belesene Romanisten lachen, tut mir leid. Natürlich werde ich gerade jetzt nicht anfangen, Witze zu erklären, aber eine – wenn auch arg hinkende – Übertragung wäre master and servant, besser ist es natürlich, das entsprechende Buch von Diderot (Jacques le fataliste et son maître) zu lesen.
Deutschlands ranghöchste Bloggerin
Derzeit dreht N-TV mich beim schreiben für den Blog: Es findet doch langsam das Interesse der Medien, was sich da so im Netz abspielt, und da ich Deutschlands “ranghöchste” Bloggerin bin, soll das auch ins Fernsehen.
Frau Melody, übernehmen sie!
Gut, es steht hier in Anführungszeichen. Wir monieren außerdem sprachliche Mängel. Darf so etwas Bundesjustizministerin sein?
Wahlomat
Im April 2005 hatten wir das schon einmal. Leider habe ich jetzt ähnliche Statistiken nicht gefunden, also habe ich mich anderweitig durchgeklickt. Und siehe da…
Schlimm, oder? Das sieht fast aus wie beim Herrn Dave-Kay, der mich daran erinnert hat.
Mummensausen!
Ron Williams ist mir ungefähr genauso sympathisch wie Didi Hallervorden, allerdings hat der sich kürzlich in der SZ als ernsthafter Mensch und als Romanist geoutet, das macht Herrn Hallervorden fast wieder liebenswert.
Jetzt hat der Herr Williams Werbung für die SPD gemacht, und ein tolles Wort erfunden: »Mummensausen«. Absicht oder Dummheit? Immerhin sitzen da in der SPD-Zentrale ein paar Leute, die den Text vorher lesen und korrigierend eingreifen könnten.
[mal wieder zur SPD geschaut wg. eines Artikels des Herrn Statler]
Kandidatenwatch: Johannes Pflug legt nach
Auf kandidatenwatch.de bin ich bereits in zwei Beiträgen eingegangen und hatte auch schon ein Pünktchen an den bloggenden Thomas Wolters von den Freien Demokraten verteilt, alleine schon aus Gründen der Geschwindigkeit.
Bereits vor wenigen Tagen hat Johannes Pflug von der SPD ebenfalls geantwortet. Johannes Pflug schaut mich seit Tagen mit einem bedeutungsschweren Blick von seinen Plakaten an. Wenn ich es jetzt nicht besser wüsste, würde ich behaupten, er sähe aus wie ein jüngerer Rudolf Scharping, aber er ist a) etwa genauso alt wie Scharping, b) somit hat wohl eher einer zu tief in den Weichzeichner gegriffen und c) wird sich dieser Gedanke bei jedem vollbärtigen und bebrillten Sozialdemokraten der nächsten zwei Jahrzehnte einstellen.
Damit belegt Herr Pflug im Verhältnis Fragen zu Antworten mit 4:2 einen ehrenwerten zweiten Platz (hinter dem Herrn Wolters mit 3:3). Qualitativ bewerten muss die Antworten jeder Wähler (und jede Wählerin) für sich allein.
A propos bewerten: Kandidatenwatch zählt inzwischen bedauerlicherweise auch den Herrn Theißen von der NPD auf. Herr Theißen wartet bislang durch eine Antwort zum Thema Integration auf. Ich empfehle jedem, diese Antwort zu lesen, alleine, weil es das intellektuelle, besonders aber das orthographische Leid Duisburger Faschisten offenlegt. Klar, dass die Stellungnahme zur Rechtschreibreform da lange auf sich warten lässt.
Bisher schweigen in Duisburg II immer noch die Kandidatinnen von Grünen und Linke sowie der Herr Mosblech von der CDU.
Geliebte Angela?
Aus der Mailbox:
Wir haben eine Sammlung von Websites die sich gegen Angela Merkel aussprechen auf unserer Website. Deine Page wurde für diese Sammlung vorgeschlagen. Du kannst den Link zu Deiner Website hier finden: http://www.gegen-jeder-fuer-sich.de/links/
Jetzt mal ehrlich: Wer war das?
Dabei spielt diese Frau hier gar keine Rolle. Ist mir ja schon unangenehm, mit Sozialdemokraten in einer Liste zu stehen. Aber bitte, wenn es gefällt.
roxomatic

