Qualitätskontrolle mit memoQ (2): Terminologie-Extrahierung

Eine der wenigen Sachen, die ich an dem doch eher benutzerunfreundlichen CAT-Programm across schätze (eher: geschätzt habe), ist die Möglichkeit, nach Abänderung des als Standard eingestellten Arbeitsablaufs die am häufigsten vorkommenden Begriffe aus den Übersetzungsdateien zu extrahieren, die betreffenden Begriffe zu übersetzen und in die Termdatenbank zu übertragen. Ganz schwach kann ich mich daran erinnern, diese Funktion bereits 2007 auf der memoQ-Mailingliste angeregt zu haben – damals gab es noch die memoQ-Version 2.2, und Gabor Ugray rief sogar mal an, als das Programm hakte (er spricht übrigens auch Deutsch).

In der aktuellen memoQ-Version 5.0 ist es nun soweit. Allerdings muss man – im Vergleich zu across – zugeben, dass Kilgray diese Funktion in ihrem Programm deutlich durchdachter und komplexer angelegt haben.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Extrahierung jederzeit möglich (also unabhängig von Workflows)
  • Extrahierung aus Übersetzungsdokumenten, Live Docs und Translation Memories
  • Aufteilung der Extrahierungsabläufe in Sitzungen, die unterbrochen und wieder aufgenommen werden können
  • Koordinierung mit Termdatenbanken
  • Auswahl und/oder Erstellung vordefinierter und angepasster Stoppwortlisten
  • Definition von Mindestvorkommen, Wortlängen, Trennzeichen usw.

Terminologie mit memoQ

Nach Rückgriff auf die integrierte, vordefinierte Stoppwortliste für Englisch sieht das Ergebnis wie folgt aus.

Terminologie mit memoQ (1)

Wie unschwer zu erkennen ist, geht es in diesem Text primär um Luftqualität (es gibt immer noch um diesen Text). Wir können diese Liste nun nach den verschiedenen Spalten sortieren (hier zum Beispiel „$“, was für den „Score“ steht, im nachfolgenden Bild dagegen nach „#“ – Vorkommen).

Dabei ist es sehr angenehm, im Fenster links unten die entsprechenden Segmente ansehen zu können. Die Statusleiste bietet zudem einen Überblick des Extrahierungsvorgangs. Nun ist es sicher so, dass man seine Termdatenbanken eher ergänzen als jedes Mal neu erstellen will. Daher lassen sich selbstverständlich auch die vorhandenen Datenbanken einbinden. Dies sieht beispielsweise so aus (die Sortierung auf dieser Abbildung erfolgt nach Anzahl der Vorkommen):

Terminologie mit memoQ (2)

Jeder einzelne „Kandidat“ kann nun bearbeitet, akzeptiert, abgelehnt oder als Stoppwort hinzugefügt werden.

Man mag sich sicherlich fragen, ob und wozu diese Extrahierung von Begriffen gut sein soll. Diese Funktion erfüllt mehrere Aufgaben bzw. bietet mehrere attraktive Möglichkeiten:

  • Erstellen einer fach- oder kundenspezifischen Termdatenbank aus verschiedenen Dokumenten Arten (Dokumente, LiveDocs, TMs)
  • vereinheitlichte Terminologie wird von Beginn an gefördert (sofern die Termdatenbank bei der Übersetzung dann auch verwendet und berücksichtigt wird) – diese Funktion ist gerade bei der gemeinsamen Arbeit mehrerer Übersetzer nicht zu unterschätzen
  • schnelleres Arbeiten (weil weniger Tipparbeit)
  • stärkere Trennung von Terminologierecherche und Übersetzung als eigenständige Arbeitsschritte
  • (gegebenenfalls) schnelleres Erfassen eines oder mehrerer Texte
  • Korrektur vorhandener (externer) Termdatenbanken oder Translation Memories
  • schnellere Rückfragen an den Kunden bei abweichender oder widersprüchlicher Terminologie
  • bei Verwendung der Fragmentierung bei der Vorübersetzung wird deren Qualität unter Umständen deutlich verbessert

Die Extrahierung ist übrigens auch in der Test- und Basisversion 4free enthalten.

18. November 2011, 22:23 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , , ,

Qualitätskontrolle mit memoQ (1): QA

Weil an anderer Stelle auf ErrorSpy hingewiesen und dieses Angebot getestet und kritisch gewürdigt wurde, habe ich mich bemüßigt gefühlt, das – ohnehin täglich genutzte – QA-Modul in memoQ stichprobenartig zu vergleichen.

Dazu haben wir die gleiche TM wie eben dort einem nur halbwegs „scharf geschalteten“ QA unterzogen. Die QA-Einstellungen umfassen nicht weniger als sechs Registerkarten: Segmente und Benennungen, Zahlen(-format), Interpunktion, „Leerzeichen, Großbuchstaben, Zeichen“ und schließlich Inline-Tags. Dabei können außerordentlich komplexe Funktionen genutzt werden.

Zu den m. E. erwähnenswerten Funktion gehören:

  • Überprüfung auf konsistente Übersetzung (auf Wunsch in beide Richtungen)
  • Terminologieprüfung (auch auf „verbotene“ Begriffe)
  • Länge der Übersetzung (im Verhältnis zum Quelltext bzw. absolute maximale Länge)
  • Zahlenformat (auch jeweils sprachspezifisch)
  • Leerzeichen vor/nach Satzzeichen
  • gleiches Satzzeichen am Segmentende
  • Leerzeichen (doppelte Leerzeichen, Leerzeichen am Segmentende)
  • verbotene Zeichen

Das Ergebnis beim Starten der QA nimmt sich in unserem Beispiel zunächst so aus:

Diese Übersicht (86 Fehler) ermöglicht eine schnelle Bearbeitung und weist dennoch eine ausreichende Detailtiefe auf (siehe rechts oben). Diese Liste lässt sich auch im HTML-Format exportieren, was dann wie folgt ausschaut:

Dabei gilt: Lieber einen ‘false positive’ sehen als einen Fehler übersehen. Der QA-Assistent findet ohnehin nur bestimmte Fehler, die in einem automatisierten Raster hängenbleiben (was gerne vergessen wird). Es ist übrigens erschreckend, wie viele Fehler ein offiziell übersetztes EU-Dokument enthält (so wird “35 times” zu “siebenmal” übersetzt).

Für den Alltag geht es auch ein wenig einfacher: Bei entsprechenden QA-Einstellungen werden diese Fehler nämlich bereits im Editorfenster markiert und lassen sich durch eine gefilterte Ansicht (indem man nur Fehler und nicht unterdrückte Warnungen anzeigen lässt) auf einen Blick anzeigen.

Fazit: So gesehen braucht man ErrorSpy nicht wirklich, zumal memoQ durch seine Kompatibilität zu Trados 2007/2009, Wordfast und Transit so etwas wie der Softwarefelsen in der Brandung ist. Sicher mag es Fälle geben, in denen ErrorSpy dem QA-Assistenten von memoQ ebenbürtig oder überlegen ist. Es ist ohnehin immer gut, wenn es mehrere konkurrierende Produkte in einem Bereich gibt. Andernfalls hätte es im TEnT- bzw. CAT-Bereich in den letzten Jahren nicht die Entwicklung gegeben, die wir (auch und gerade beim vorgeblichen Marktführer) beobachten konnten. Von daher soll dies kein Kurzverriss von ErrorSpy sein, sondern es sollten die Möglichkeiten einer softwaregestützten Qualitätskontrolle aufgezeigt werden.

7. November 2011, 21:03 · Kommentar/e [7] · Kategorien & · Tags , ,

Im Vorhof zur Hölle - mit o2 und Vodafone

Es gibt ja viele Erfahrungsberichte im Internet für diverse Dienstleister. Einige sind amüsant, bei anderen scheint durch, dass der Fehler auf der einen oder anderen Seite gelegen haben muss. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass mir jemals die folgende Geschichte zustoßen könnte.

Bis zum Sommer 2010 war ich zeitweise glücklicher Besitzer eines Blackberry. Dass das Gerät von heute auf morgen keinen Mucks (Klingelton) mehr machte, war ärgerlich, aber angesichts des zuverlässigen Service von o2 (Bring- und Abholdienst für das defekte und ein neuwertiges Gerät) äußerst leicht verschmerzbar. Nur das Vertrauen in diese Gerätemarke war schlichtweg dahin. Also sollte etwas Neues her, optimalerweise ein iPhone, und zwar nach Ablauf des alten Vertrages (Februar 2011).

Mit der Hotline bei o2 hatte ich ja schon meine durchwachsenen Erfahrungen gemacht. Daher war es besonders ärgerlich, dass bei 3 aufeinander folgenden Telefonaten drei stetig steigende Preise und Tarife genannt wurden (und wer es nicht glaubt: o2 verkaufte seinerzeit das iPhone mit einem satten Aufschlag). Sicher eine Petitesse, aber für mich ein weiterer Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Im Nachhinein sehe ich das eventuell anders, aber dazu später.

Die Wahl fiel auf Vodafone. Neben einem angemessenen Tarif sollte es für eine Einmalzahlung die UltraCard fürs iPad geben. Telefonisch habe ich Gerät, Vertrag und Portierung der alten Nummer bei der Vodafone-Bestellhotline bestellt, erhielt ich drei Tage später alle Formulare per E-Mail zugeschickt, die ich sofort ausgefüllt zurückschickte. Es war der 21. Januar, und tatsächlich erhalte ich fast umgehend eine Eingangsbestätigung per E-Mail. In den nächsten Wochen höre ich erstmal nichts, aber der alte Vertrag läuft ja auch erst zum 23. Februar aus. Nur am 8. Februar werde ich per E-Mail gebeten, ein weiteres Formular auszufüllen und zurückzuschicken. Auch das erledige ich prompt.

Am 18. Februar frage ich telefonisch nach. Erste Überraschung: Es liegt kein Portierungsantrag vor, ich hätte doch den Antrag storniert. Böse Vorahnungen beschleichen mich. Die eingereichten Unterlagen schicke ich in den folgenden Tagen noch ein-, zweimal ein. Der einzige Erfolg ist, dass nicht behauptet wird, ich hätte auch diesmal einen Auftrag storniert. Am 22. Februar wird mir telefonisch versichert, dass bis zum 24. Februar alles in trockenen Tüchern sei. Und es geschieht… nichts! Es ist keinesfalls so, dass man über Erfolg oder Misserfolg einer Portierung informiert wird. Wozu auch?

Nach dem entsprechenden Stunk am Telefon werde ich doch tatsächlich vom Subunternehmer (thebeecompany.com, seit Februar avocis) zurückgerufen, der bei Vodafone für die Portierungen verantwortlich ist (wenn man das denn so nennen möchte). Der Fehler liege darin begründet, dass ich bei o2 als Privatkunde geführt würde. Werde ich aber nicht. Wenig später soll es daran liegen, dass Vodafone nicht in der Lage sei, Geschäftskunden von o2 als ebensolche zu übernehmen, und ich solle mich doch als Privatkunde bei o2 umschreiben lassen. Was zwar ansatzweise, aber nicht ganz stimmt, wie mir bald wieder aus dem Callcenter bestätigt wird..

Was folgt, sind mehrere Wochen Hängen in der Telefonschleife, böse, böse formulierte Faxe (meinerseits) und immer wieder die Rückmeldung, das es aus den ganz unterschiedlichsten Gründen nicht funktioniere, oder „gleich morgen schon …“. Dabei habe ich erfahren müssen, dass das Sachverständnis der Mitarbeiter im Callcenter sich knapp oberhalb des Meeresspiegels bewegt.

Schlussendlich habe ich es mithilfe eines bemühten Mitarbeiters aus der Firmenzentrale in Ratingen doch noch geschafft. Es verhält sich nämlich so, dass Freiberufler bei o2 Gewerbekunden sind, bei Vodafone jedoch „nur“ ‚Privatkunden mit Gewerbe‘. Warum Vodafone nicht die intellektuelle Flexibilität besitzt, diese Kategorisierung zumindest für den Zeitraum der Portierung zu ändern, ist mir schleierhaft. Wie viele Freiberulfer doch bei ihrem alten Anbieter geblieben oder zu einem Drittanbieter gewechselt sind, kann man nur vermuten.

Was bleibt?

Es sei jedem Freiberufler oder Kleinunternehmer geraten, vor einer Portierung die „Rückstufung“ zum Privatkunden zu erbitten, denn dann scheint das Risikopotenzial eher gering zu sein. Trotzdem ist es erschreckend, dass offenkundige grundsätzliche Verfahrensprobleme seitens Vodafone (mithilfe einer temporären Kategorisierung des Neukunden) nicht behoben werden können – schließlich gibt es Rufnummernportierung und Freiberufler nicht erst seit gestern. Ganz abgesehen von der fehlenden Eskalationsstufe, die es dank der überforderten Subunternehmer entweder nicht gibt oder die von ihnen – warum auch immer – nicht genutzt wird.

Der Fairness halber sei hinzugefügt, dass Vodafone neben einer ausdrücklichen Entschuldigung einen sehr ansprechenden Abschlag gewährt hat.

1. September 2011, 21:23 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , , ,

CodeZapper

Das Word-Makro CodeZapper ist in der verbesserten Version 2.6.11 erschienen. Dieses Makro “säubert” Word-Dateien von überflüssigem Ballast, der jedem Übersetzer aus CAT-Programmen wie Trados, memoQ, Wordfast Pro in Form so genannter Tags bekannt ist (gemeint sind hier überflüssige Tags, die anders als Formatierungstags o. ä. keine wirkliche Funktion haben).

CodeZapper kostet ab sofort 20 EUR (vorherige Versionen waren kostenlos), ist aber wirklich jeden einzelnen Cent wert.

10. Februar 2011, 20:42 · Kommentar/e [1] · Kategorien & · Tags , , , , ,

Gebrauchsanweisung für Übersetzer?

Klar, so etwas gibt es auch schon.

Quand vous partez au travail, il est assis à son bureau devant son ordinateur. Quand vous revenez du travail, il est toujours assis devant son ordinateur. Alors que vous avez enchaîné réunions, travail et déjeuner d’affaires, votre conjoint vous donne l’impression que le temps s’est arrêté chez vous. Ce n’est pas le cas. Seulement, il faut savoir que le traducteur dispose d’une étonnante capacité à passer de nombreuses heures dans la même position.

Noch Fragen?

6. Februar 2011, 22:34 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , , ,

Eine Hotline fast wia im richtigen Leben

Dieses Video erklärt sehr anschaulich, warum Belgien in beiden Weltkriegen gleich zu Beginn von Deutschland überrannt wurde – bei diesem Humor.

30. Januar 2011, 20:28 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , , , ,

Spiel, Spaß und Spannung - heute mit dem Asus-Support

Leider gehöre ich zu den unglücklichen Menschen, die ein ASUS Notebook erworben haben. Es ist rund zwei Jahre alt und dafür fast schon reif für die Tonne – der Steuerberater scharrt im Hintergrund schon mit den Hufen – aber in den beiden Jahren habe ich damit auch viel erlebt: Nach nicht ganz einem Jahr ist der Akku kaputt. Das ist bei jemandem, der mit seinem Notebook zwar an wechselnden Orten arbeitet, die sämtlich in der Nähe einer Steckdose sind, schon recht verschmerzbar, also quasi nicht zeitkritisch. Gut, dass das Jahr nicht rum ist, denn dann gibt es von Asus ein Ersatzakku auf Garantiebasis. Wenige Monate später häufen sich die Ausfälle und Abstürze. Selbst wenn man seinen Installationsvorgang und Backups rationalisiert, ist das zeitaufwendig und somit kostspielig. In diesem Moment zeigt sich der Verkäufer kulant, baut eine neue Festplatte ein und führt ein Upgrade auf Windows 7 durch. Keine Abstürze mehr und die Feststellung, dass Windows 7 deutlich besser funktioniert als Vista. Soweit die Vorgeschichte.

Vor einigen Monaten spinnt dann das Netzteil und/oder das Akku. Kurz bevor ich das Notebook an den Support schicke, sehe ich, dass das Kabel am Netzteil angebrochen ist. Böse Falle – Kabelbruch.

Also Support angerufen und informiert, dass nun doch nur ein Netzteil kommt, mit Rechnung als Paket verschickt und – warten. Noch länger warten. Und weiter warten … Nach sechs Werktagen die Erkenntnis, dass man doch besser anrufen sollte. Tatsächlich erfahre ich jetzt, dass ich einen Kostenvoranschlag erhalten soll, weil das Gerät laut Seriennummer ja keine Garantie mehr habe. Ich erkläre, dass das Gerät erst im Dezember 2008 erworben wurde. Achso, kein Problem, heißt es, da sei wohl die Rechnung beim Auspacken übersehen worden. Mein Einwand, dass es ja bereits vor einem Jahr einen Reparaturfall mit der gleichen Seriennummer und der gleichen Rechnung gegeben hätte, wird beiseite geschoben, das würde die Kollegen nicht interessieren. Ebenso wenig erfahre ich, was die Kollegen in den letzten Tagen wohl gemacht hätten. So ein Paket aufzumachen, muss ja anscheinend Tage dauern (irgendwo hatte ich etwas von einem Turnaround bei Asus von vier Tagen gehört). Die E-Mail ginge laut Hotline genau jetzt raus, ich solle bitte darauf antworten. Es ist Freitag, 11.30 Uhr, und ich warte.

Gegen 12.00 Uhr rufe ich nochmals an. Nein, die E-Mail ginge jetzt wirklich nochmals raus, und tatsächlich, nur eine Stunde später ist ein Kostenvoranschlag da. Also Rechnung mit Fallnummer versehen und an die dort genannte Nummer gefaxt und an die entsprechende E-Mail-Adresse versandt. Im Kostenvoranschlag wird mir übrigens angeboten, entweder das Netzteil für 78 Euro reparieren zu lassen, es für 21 Euro unrepariert an mich zurückschicken oder aber kostenlos entsorgen zu lassen. Im Versandhandel kostet ein entsprechendes Netzteil übrigens rund 33 Euro – selbst mit 100 %-igem Aufschlag für den Namen “Asus” sollte ein neues Netzteil preiswerter als die angebotene Reparatur sein.

Montagmorgen folgt das nächste Gespräch mit dem Asus-Support. Ich hätte doch einen Kostenvoranschlag erhalten. Nein, man könne mir jetzt nicht weiterhelfen, denn die Datenbank der Reparaturstelle bei Arvato könne man nicht einsehen, ich solle mich doch bis Dienstag gedulden. Diese Auskunft bringt mich dazu, doch einfach mal bei Arvato anzurufen. Auch hier die gleiche Ansage – ich hätte doch einen Kostenvoranschlag erhalten. Stimmt, habe ich, aber die Rechnung? Die habe wohl die Reparaturabteilung auf ihrem Fax bekommen, ich solle die Rechnung doch an die Endstelle XY der Hotline senden, da könne man das dann einsehen. Es passiert jedoch nichts. Kommunikation per E-Mail scheint eine Einbahnstraße zu sein.

Langsam verliert man Geduld und Lust an dieser Art von Gesprächstherapie. Am Dienstagmittag werde ich von der Hotline gebeten, die Rechnung nochmals per E-Mail einzusenden. Klar, kein Problem, ein richtig schön geharnischtes Schreiben gibt es noch obendrauf.

Mittwochs erhalte ich gegen 9.30 Uhr eine E-Mail von Arvato, das Gerät werde nun “über die Garantie Instand [sic!] gesetzt”. Meine Anfragen und Kritiken bleiben dagegen völlig unkommentiert. Und unbeantwortet. Schon eine halbe Stunde später erhalte ich noch eine E-Mail, diesmal von Asus selbst, “dass die Reparatur als Garantieleistung erfolgt”. Mehr nicht, immerhin auch nicht weniger. Gleich zwei Mitteilungen in dieser Sache – ist das etwa mein Glückstag? Ich überlege einige Stunden, ob denn nun beide Seiten das Gleiche gemeint haben und ob ich mir eventuell Sorgen machen sollte.

Immerhin trifft das reparierte Netzteil am Montag danach ein. Ob es auf diesem Weg mit der Post oder mit Kamelen transportiert wurde, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Nachtrag
In dubio pro Arvato. Auch wenn die Arvato-Mitarbeiter bei diesem Vorgang den Eindruck erwecken könnten, dass sie die Intelligenz eines Ziegelsteins hätten, so muss ich der Fairness halber darauf hinweisen, dass ich nur wenige Wochen später mein Blackberry Bold austauschen musste. Der Provider o2 greift auch auf die Dienstleistungen von Arvato zurück. Diesmal verlief der Austausch (Zustellung und Austausch beim Kunden) absolut problemlos, schnell und termingenau. Es geht also auch anders…

28. Januar 2011, 15:46 · Kommentar/e · Kategorien & · Tags , , , ,


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