Literaturverwaltung Citavi im Betatest

Ich bin seit wenigen Tagen Betatester des Literaturverwaltungsprogramms Citavi, und positiv überrascht.

Zwar sind einige (auch wichtige) Funktionen noch nicht implementiert, trotzdem ist die Betaversion schon sehr aussagekräftig. Zum Funktionsumfang gehören neben der Titelverwaltung auch ein Modul Wissensorganisation und eine Aufgabenplanung. Erstere hilft dabei, Thesen und Argumente auch mit Hilfe von Zitaten zu ordnen. Bei der Aufgabenplanung – auf Wunsch sehr komplex zu nutzen – muss sich noch zeigen, inwiefern hier eine servergestützte Lösung das Arbeiten an mehreren Rechnern unterstützt wird.

Die Titeleingabe ist ausgesprochen komfortabel; dank Pulldown-Menüs sind bei größeren Datenbeständen mehrere Titel eines Autors, eines Verlags etc. sehr schnell eingegeben. Wie in Literat werden Sammelbände zusätzlich zu enthaltenen Aufsätzen als eigenständige Datensätze gehandelt – das gab schon bei Literat Probleme bei der Erstellung der Literaturliste, weil die zusätzliche Auflistung des Sammelbandes überflüssig ist (dieser Punkt wird aber noch diskutiert).

Gefallen hat mir besonders die übersichtliche Oberfläche, die sich in Teilen den persönlichen Bedürfnissen anpassen lässt; dies schließt auch die teilweise Verschiebung von Eingabefeldern ein. Hinweistexte sind immer im Blick und geben – ganz wie bei Literat auch weniger versierten Benutzern Hilfestellung bei der Eingabe. Für Online-Recherchen stehen sehr viele, wenn auch noch nicht alle Kataloge zur Verfügung. außerdem auch Fachbibliographien. Dass deren Umfang für Philologen eher bescheiden ausfällt, liegt dann vermutlich weniger an Citavi als vielmehr an den Betreibern dieser Datenbänke (in diesem Kontext auch dieser Hinweis).

Die Projektdateien sind im Vergleich zu Literat oder Bibliographix recht groß (1400 Titel mit Zitaten umfassen ca. 9 MB); dies ist allerdings ein Punkt, der im Zeitalter von CD-Brennern und USB-Sticks eher unwichtig geworden ist. Citavi arbeitet mit der .NET-Umgebung von Microsoft; ich kann nur vermuten, das dies manchmal langsame Programmreaktionen verursacht, zumal Citavi alleine nur etwa 5 MB mehr RAM benötigt als Bibliographix. Für Akademiker, die am Arbeitsplatz alte, langsame Rechner mit wenig RAM haben, wird das ein störender Effekt sein (das ist und war ein Vorteil von Literat).

Auf meiner Wunschliste für die endgültige Version finden sich neben der Implementierung auch für OpenOffice der teilweise bereits realisierte BibTex-Import.

Citavi dürfte – nach Abstellen der noch vorhandenen Probleme – für Bibliographix, besonders aber für Endnote eine starke Konkurrenz werden.

Postscriptum: Als Beta-Tester habe ich mich zwar verpflichtet, »keine Informationen über die Software, den Beta-Test oder mögliche Fehlfunktionen Dritten gegenüber mitzuteilen oder zu veröffentlichen«, allerdings die Citavi-Mannschaft auf meine Anfrage hin dankenswerterweise eine Ausnahme gemacht.

Noch ein Postscriptum: Citavi stellt jetzt einige der positiven Urteile hier ins Netz.

# · 27. Oktober 2005, 11:33 · 436 Wörter
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