xt: Commerce - Spiel, Spaß, Spannung

In den letzten Wochen habe ich mich beruflich mit xt: Commerce befasst. Es handelt sich dabei um eine Open Source (GPL) Shop-Lösung, die auf osCommerce basiert.

Herausgekommen ist das virtuelle Antiquariat eines sehr guten Kunden (meine treuen Leser dürfen dieses Antiquariat jetzt gerne stürmen und alles kaufen, was bei drei nicht auf den Regalen ist, hoffe ich, aber ist das nur nebenbei ein kleiner Kaufbefehl).

Was fällt an dieser Software-Lösung auf?

  • Sie ist preiswert. Rund EUR 100,- für eine Shop-Lösung ist im Grunde nicht viel. Im Vergleich zu osCommerce gibt es eine ganze Reihe praktischer Tools, für die man ansonsten viel Zeit und/oder Geld investieren müsste. Einige Philanthropen setzen die Software frei ins Internet, damit hat man jedoch keinen Zugriff auf das Support-Forum – und das ist nicht ganz so glücklich (siehe nächster Punkt).
  • Sie ist schlecht dokumentiert. Es gibt (noch) kein ausführliches Handbuch und die Dokumentation muss man sich aus dem Supportforum zusammen klauben. Das ist recht mühsam.
  • No server, no party. xt:Commerce stellt hohe Anforderungen an den Server. Bei dem Versuch, die Geschwindigkeit des Shops zu verbessern, wird im Forum der Schwarze Peter gerne grundsätzlich dem Provider zugeschoben. Diese Haltung ist ein bisserl enttäuschend. Denn durch das Abschalten nicht benötigter Funktionen und Module kann xt:Commerce durchaus optimiert werden – nur geht dies nicht so komfortabel wie erhofft.
  • Inhalt und Form sind nicht getrennt. Hört sich nicht weltbewegend an, ist es aber. Denn: a) xt:Commerce setzt auf Tabellendesign – die entsprechende Unmenge an HTML-Tags ist nicht gerade suchmaschinenfreundlich. In meinem Beispiel wurde das Tabellendesign bislang nur rudimentär entfernt. b) Der HTML-Code findet sich unterschiedlich formatiert quer durch alle Dateien. Eine saubere Arbeit mit CSS ist so sehr mühselig. c) Ähnliches gilt für Textbausteine, die man gerne ändern möchte. – Es gibt – immerhin – tabellenloses Design zum Kauf bei Drittanbietern – das kostet allerdings erneut zwischen EUR 100,- und 200,- (mit oder ohne Copyright-Vermerk). Ähnlich undankbar ist der vorhandene Editor für verschiedene Textbausteine wie Startseite, Impressum etc., der für simple Formatierungen word-like ellenlange Ketten von HTML-Tags erstellt. Und nicht jeder Endkunde mag mit dem Quelltexteditor hantieren.
  • Suchmaschinenfreundliche URLs gibt es nicht. Zwar akzeptiert Google inzwischen auch messy URLs, aber saubere URLs sind nicht nur schicker, sondern bringen das mögliche Suchwort um einige Zeichen früher.

Trotz aller Kritik: Wer einmal seinen Shop erfolgreich eingerichtet hat, wird dank seiner vielen Funktionen Freude an xt:Commerce haben. Gold und Geld wert ist der Froogle-Export.
Man sollte aber jemanden an der Hand haben, der HTML, CSS und Grundkenntnisse in PHP hat. Referenzkunden wie Die Zeit oder der WDR werden ihre Gründe haben, betreiben xt:Commerce aber offensichtlich nicht off the box.

# · 10. April 2007, 19:13 · 461 Wörter
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