Ich würde niemals zu den Bayern gehen...

…anstelle von Osterhasen ein sozialkritisches Lamento. Es ist ja fein, persönlich um die beste und einzige Borussia zu trauern, die wohl in wenigen Wochen – allen Zahlenspielen zum Trotz – erneut den Weg in die zweite Liga antreten muss.

Was aber machen junge Menschen (wie nebenstehend), die sich in der oberbayrischen Provinz sozialisieren? Für wen sollen die ihr Herz erwärmen?

1. FC Nürnberg

Geht nicht, ist ein Verein aus Franken. Ungeliebt in Oberbayern, spätestens seit Gabriele Pauli.

1860 München

Wirkliche Alternative, weil es ab dem Sommer keinen österreichischen Trainer mehr hat. Österreicher in München waren noch nie gut. Leider richtige Fahrstuhlmannschaft, gerade mal vom FC Bayern in der A… Arena geduldet.

SpVgg Unterhaching

C o o l, weil Verein mit Bobfahrer im Wappen, und weil Bayer Leverkusens Meisterverhinderer. Ansonsten sind die bald in der Bayernliga.

Wacker Burghausen

Ähnlicher Plastikverein wie Bayer Leverkusen (Wacker steht für ein Chemieunternehmen, nicht für “wacker” sein). Ansonsten auch bald in der Bayernliga.

Red Bulls Salzburg

Außer Konkurrenz. Plastikmannschaft mit Trappatoni Giovanni und Matthäus Lothar – schlimmer gehts nimmer, aber kauft sich sicher bald die Teilnahme als weiterer Verein in die Bundesliga ein.

Bleibt also nur noch der FC Bayern – der Verein wird ja auch dieses Jahr wieder Meister.

8. April 2007, 20:09 · Kommentar/e und Trackback/s [9] · Kategorien & · Tags ,

Kommunikation ist alles!?

Großer Aufruhr im Wald! Es geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle fragen sich, wer denn nun da drauf steht. Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen, geht zum Bären und fragt ihn: “Sag mal Bär, stehe ich auch auf deiner Liste?”
“Ja”, sagt der Bär, “auch dein Name steht auf der Liste.”
Voller Angst dreht sich der Hirsch um und geht. Und wirklich, nach zwei Tagen wird der Hirsch tot aufgefunden.
Die Angst bei den Waldbewohnern steigt immer mehr. Und die Gerüchteküche um die Frage, wer denn nun auf der Liste stehe, brodelt. Der Keiler ist der erste, dem der Geduldsfaden reißt und der den Bär aufsucht, um ihn zu fragen, ob er auch auf der Liste stehen würde.
“Ja”, antwortet der Bär, “auch du stehst auf der Liste.”
Verängstigt verabschiedet sich der Keiler vom Bären. Und auch ihn fand man nach zwei Tagen tot auf.
Nun bricht die Panik bei den Waldbewohnern aus. Nur der Hase traut sich noch, den Bären aufzusuchen.
“Bär, steh’ ich auch auf der Liste?”
“Ja, auch du stehst auf der Liste”
“Kannst du mich da streichen?”
“Ja klar, kein Problem.”
Fazit: Kommunikation ist alles!!!

Das Fazit ließe sich natürlich seitenweise aufdröseln, PR-ler schlagen sich nach so einer Story gerne auf die Schenkel.
Außerdem hätte der Hase mit seinem Pump-Gun dem Bären ganz einfach die Lichter auspusten können. Hätte auch funktioniert. Weitere Spekulationen lasse ich jetzt mal weg.

Aus dem PR-Kloster via TXT94

11. März 2007, 12:57 · Kommentar/e und Trackback/s [1] · Kategorien & · Tags , ,

Was von dieser WM übrigbleibt...

Spät, aber immerhin: Was wird dem geschulten Beobachter nach diesem Großereignis in Erinnerung bleiben?

  • Das war die erste Fußball-WM mit richtig gutem Treibhauseffekt. Gäste aus aller Welt denken jetzt, dass in Deutschland im Sommer tropische Temperaturen herrschen. Wenn wir Pech haben, bleibt das so. Wenn wir Glück haben, vielleicht auch.
  • Jürgen Klinsmann hat Rückgrat. Allerdings verstehe ich nicht, warum der DFB hektisch auf den medialen Langweiler Joachim Löw zurückgegriffen hat. Es hätten sicher noch viele andere Persönlichkeiten Interesse gezeigt, zum Beispiel Kurt Beck, Alice Schwarzer oder Johannes B. Kerner. Das wäre weit lustiger geworden.
  • Erstmals durften Mädchen mitspielen. Das Mädchen in der deutschen Mannschaft schlug nach dem Viertelfinale um sich und hieß sogar Torsten. Hübsch.
  • Die Fähnchenindustrie hatte Grund zur Freude. In wenigen Monaten, wenn das letzte Fähnchen vom Fahrtwind zerfetzt worden ist, spätestens aber, wenn es mal länger regnet, gilt dieser Satz für alle Gummilippenfabrikanten. Aktienbesitzer sollten kurzfristig ihr Portfolio umstellen.
  • Schwarz-rot-gold ist ziemlich hässlich. Warum können wir nicht ganz normale Nationalfarben haben, wie andere Länder auch – zum Beispiel blau-weiß-rot. Das ist weit ästhetischer. Mit rot-weiß-rot kämen wir sogar ohne Qualifikation zur Europameisterschaft, der eine oder andere politische Schachzug inbegriffen.
  • Zinedine Zidane legt den perfekten Abgang hin. Wer erinnert sich noch an die letzten Spiele von, sagen wir mal, Maradona, Rumenigge oder Netzer? Na? Und, mit welchen demütigenden Tätigkeiten müssen die Leute momentan ihr Brot verdienen? Eben. PR-Profis können davon lernen.
  • Frau Merkel jubelt wie Pucky, das radioaktiv verseuchte Eichhörnchen. Ähnliche Klagen gab es auch schon im Feuilleton, ich weiß. Wer beim Spiel Italien gegen Deutschland beobachtet hat, wie weit sich die Kanzlerin zu Romano Prodi herübergebeugt hat, kann sehr gut verstehen, warum der Kanzlergatte doch lieber zu Hause geblieben ist (ach ja, übrigens, wer hat eigentlich die Politikerflüge zu den Spielen bezahlt?). Und noch etwas hat der Beobachter gelernt: man darf wenigstens versuchen, der Kanzlerin ohne Hose gegenüberzutreten.
    Pucky, das radioaktiv verseuchte Eichhörnchen ist übrigens eine Kinderbuchfigur aus der Reihe “Bücher, die leider nie erschienen sind” – deswegen lebt Pucky in einer Bilderbuch-WG mit dem frustrierten Frettchen Freddy, das vor langer, langer Zeit wegen unerlaubter Alliteration zu 30 Jahren Arbeitslager verurteilt wurde.

20. Juli 2006, 19:02 · Kommentar/e und Trackback/s · Kategorien & · Tags ,